Photovoltaik auf städtischen Gebäuden

03. November 2017

Lukas Hirtz

Der Umweltausschuss möge beschließen:

 

Das IMD wird aufgefordert auf allen Dächern der Gebäude in seinem Besitz, wo es die Lage und Statik zulässt, Photovoltaikanlagen einzurichten. Finden sich hierfür keine Genossenschaften, werden die Stadtwerke aufgefordert diese Photovoltaikanlagen zu betreiben.

 

Begründung:

 

Die Zahl der auf Schulgebäuden installierten PV-Anlagen ist bisher in keinem zufriedenstellenden Umfang. Die Stadt Duisburg hat ihren Anteil an der Umsetzung der Pariser Klimaziele zu tragen. Hierzu gehört den Ausbau der Stromerzeugung aus regenerativen Energien voranzutreiben. Hierfür liegen alle Mittel in der Hand der Stadt: Die Stadtwerke sind ein Stromerzeuger und Netzbetreiber und das IMD besitzt nutzbare Flächen.

 

Darüber hinaus ist die Amortisationszeit von PV-Anlagen geringer als bei anderen investiven Maßnahmen. So kann auch die Stadtkasse entlastet werden. Die Stadt Duisburg hat weiterhin eine Vorbildfunktion für ihre Bürgerinnen und Bürger, die sie mit diesen Investitionen wahrnehmen sollte. Diesbezüglich ist die Priorität, dass besonders Schuldächer schnell als Standorte für PV-Anlagen genutzt werden.

 

 

Beratungsergebnis: Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. Es wurde ein Sachstandsbericht beschlossen.


Sachstandsbericht zur Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen (IMD-ZD Nebel, NA 3235):


Derzeit  unterhält  die  Stadt  Duisburg  6  Photovoltaikanlagen  (PV).  Diese  bestehenden  PV-Anlagen  laufen  bei  einer  Einspeisevergütung  von  0,24
-0,57 €/kWh auch nach über zehn Betriebsjahren  noch  gewinnbringend.  Die  Einspeisevergütung  beträgt  derzeit  nur  noch 0,11€/kWh.
Bei wirtschaftlicher Betrachtung der Bestandsgebäude ist festzustellen, dass sich nicht jedes der  Objekte  eignet,  um  mit  einer  Photovoltaikanlage  ausgerüstet  zu  werden.  So  scheiden z.   B.   solche   Schulen,   Verwaltungsgebäude   etc.   aus,   deren   Dachkonstruktion   unter erheblichem Kostenaufwand erst ertüchtigt werden müssten, die eine zu geringe Dachfläche aufweisen und auch die, deren Standort aufgrund von zu geringer Sonneneinstrahlung eine zu geringe Nennleistung erzeugen.


Die Kosten des Betriebes der Photovoltaikanlagen können sehr unters
chiedlich ausfallen. So müssen die Wechselrichter nach einer Betriebsdauer von etwa 10 Jahren erneuert werden.


Instandhaltungs - und  Wartungsarbeiten  sowie  Kosten  für  die  Reinigung  der  PV - Anlagen müssen  ebenfalls  einkalkuliert  werden.  Der  Reinigungsaufwand
kann  je  nach  Standort variieren.


Eine  neu  zu  errichtenden  PV - Anlage  muss  über  100  KWp  (Kilowatt  peak)  erzeugen,  um wirtschaftlich zu sein. Um das erreichen zu können, ist eine Modulfläche von mindestens 500 m² nötig. Um die PV - Anlage anbringen zu können, müssen sowohl die Installationswege als  auch  die  Befestigungen  berücksichtigt  werden,  so  dass  eine  1,5  bis  2- fach  größere Dachfläche benötigt wird – somit sind 750 – 1.000 m² Dachfläche erforderlich.


Es ist davon auszugehen, dass das IMD in Duisburg über nicht allzu viele Gebäude verfügt, die   diesen   Anforderungen   entsprechen   und   eine   Nachrüstung   sinnvoll   machen.   Bei Neubauten  allerdings  können  Photovoltaikanlagen  oder  auch  andere  erneuerbare  Energien bereits  bei  der  Planung  wesentlich  kostengünstiger  eingeplant  und  verwirklicht  werden  als bei einer Sanierung.

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