Offensive für Fassadenbegrünung

03. November 2017

Lukas Hirtz

 

Der Umweltausschuss möge beschließen:

 

  1. Die „Richtlinien der Stadt Duisburg über die Gewährung von Zuwendungen zur Gestaltung von Haus- und Hofflächen“ werden im Punkt 2.4.1 wie folgt ergänzt:

      „Reinigung, Instandsetzung und farbliche Gestaltung von          Naturstein-, Ziegel-, Putz- und Stuckfassaden, oder deren        Begrünung mit Pflanzen, Anstrich von Fenstern, Türen,            Gitteranlagen, Toren, Nebengebäuden und Mauern,“

  1. Die Verwaltung möge prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, privaten Hausbesitzern die Entnahme von Gehwegplatten der öffentlichen Gehwege zwecks Fassadenbegrünung zu ermöglichen.
  2. Die Stadt Duisburg bietet eine Beratung für Fassadenbegrünung an, die sich an Hausbesitzer/- verwalter richtet.
  3. Die Verwaltung wird aufgefordert ein Werbekonzept für die Fassadenbegrünung privater Häuser zu erstellen.
  4. Der Umweltausschuss fordert das IMD auf, an allen Fassaden der Gebäude in seinem Besitz, an denen Begrünung möglich ist, eine Fassadenbegrünung durchzuführen.

 

Begründung:

 

Fassadenbegrünung hat vielfältige und weite positive Auswirkungen für Städte, ihre Bewohner und Tiere. Gerade in einer industriell und logistisch geprägten Stadt wie Duisburg sind Grünpflanzen besonders wichtig. Den Fassaden und Dachflächen kommt deshalb durch die Möglichkeit der Begrünung eine besondere Bedeutung zu, wenn es darum geht, den städtischen Wohn- und Arbeitsraum mit einfachen Mitteln ökologisch aufzuwerten.

 

Die Begrünung von Fassaden und Dachflächen hat neben ihrem ästhetischen Nutzen einige weitere Vorteile für Mensch und Umwelt. Im Sommer schützt das Blattwerk vor direkter Sonneneinstrahlung, im Winter bietet die Begrünung eine zusätzliche Wärmedämmung. Klimaanlagen und Heizungen werden nicht so stark benötigt. So trägt Fassadenbegrünung zur Einsparung von Energie bei.

Gerade dort, wo viel Verkehr ist und es keine zusätzliche Bepflanzung zwischen der Straße und anliegenden Wohnhäusern gibt, ist die Belastung durch Luftverschmutzung und Lärm für die Anwohner besonders hoch. Begrünte Fassaden bieten gerade in stark belasteten Gebieten eine Chance Abgas- und Lärmemissionen zu reduzieren. Zusätzlich stellt eine begrünte Fassade auch einen wertvollen Lebensraum, für verschiedene Insekten und Vögel dar. Sie erhöht und unterstützt damit die Populationsdichte und Artenvielfalt.

Die Fassadenbegrünung ermöglicht Verbesserungen im Bereich der, Feinstaubbindung bzw. Verbesserung der Luftqualität, mikro- und bioklimatischen Situation (stärkerer Regenwasserrückhalt und Verdunstung), hat energiesparende Effekte bei Gebäuden des Stadt- und Straßenbildes und geringfügige Effekte der Lärmminderung (Minderung der Schallreflexion an Gebäudefassaden).

Gerade vor dem Hintergrund der Anpassung an den Klimawandel stellen Begrünungsmaßnahmen besonders wertvolle Maßnahmen dar. Insbesondere in hochverdichteten Gebieten von Duisburg mit ihren klimatischen Belastungsbereichen und lufthygienischen Hot-Spots wären Begrünungsmaßnahmen hilfreich. Die Effekte bleiben jedoch im Wesentlichen auf das Gebäude begrenzt und können durch weitere Begrünungen der Fassaden und Dächer der umliegenden Häuser gesteigert werden. Die Aufenthaltsqualität im Straßenraum würde deutlich zunehmen.

 

 

Zu 1. Bisher wurde lediglich ein einziges Dachbegrünungsprojekt gefördert. Zudem zeigt sich das derzeitige Informationsangebot der Stadt insofern als unzureichend, dass sich über das Online-Angebot der Stadt ausschließlich die Menschen informieren, welche sich bereits für das Thema interessieren. Es ist wichtig, mehr Hausbesitzer für das Thema zu interessieren und auf etwaige Fördermöglichkeiten hinzuweisen. Vor diesem Hintergrund sollte die Stadt möglichst viele Maßnahmen ergreifen, damit mehr Fassaden begrünt werden. Die Förderung im Fassadenpogramm stellt dazu eine gute, aber auch kostengünstige Möglichkeit dar.

 

Zu 2. Für Rankpflanzen reicht schon eine sehr kleine Fläche, die aber an dem Großteil der Häuser an der Straße nicht vorhanden ist. Damit also Fassaden begrünt werden können, muss diese Voraussetzung geschaffen werden. Schon mit der Entnahme von 2-3 Gehwegplatten kann ausreichend freie Bodenfläche geschaffen werden, damit Kletter- und Rankpflanzen eingepflanzt werden können. Diese Möglichkeit sollte pflanzwilligen Hauseigentümern gegeben werden. Vor diesem Hintergrund sollte die Verwaltung prüfen auf welchem Wege das geschehen kann.

 

Zu 3. Durch eine Beratung können Hausbesitzer und –verwalter motiviert werden Fassadenbegrünung durchzuführen. Oft wissen die Menschen nicht, dass es geht, wie es geht und was sie zu beachten haben. Diese Fragen können den Entschluss zu einer Fassadenbegrünung verhindern. Weiterhin kann durch eine solche Beratung möglichst qualitativ und ökologisch wertvoll begrünt werden.

 

Zu 4. Ohne eine öffentliche Förderung kann eine zusätzliche Begrünung von Fassaden und Dachflächen nur durch eine stärkere Bekanntmachung des Themas und seinen Vorteilen erfolgen. Deshalb ist es wichtig, dass die Fördermöglichkeiten, die die Stadt Duisburg bietet, stärker beworben werden.

 

Zu 5. Die Stadt Duisburg sollte als gutes Beispiel voran gehen und so die Menschen zur Fassadenbegrünung ermutigen. Doch auch wie oben erläutert kann die Stadt und das IMD Nutznießerin dieser Maßnahmen werden. 

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