Inklusion von Menschen mit Behinderung im Sport

10. April 2013

Michael Dubielczyk

Mit der rechtsverbindlichen Verankerung der Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen zur gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe sind alle gesellschaftlichen Kräfte, und so auch der Sport, gefordert, sowohl auf institutioneller als auch auf personeller Ebene entsprechende Grundvoraussetzungen für den Inklusionsprozess zu schaffen.
Im Vergleich zu Menschen ohne Behinderung betreiben Menschen mit Behinderung prozentual weniger Sport. Dies hat viele Ursachen: Viele Sportstätten und auch kommerzielle Sportangebote wie z.B. Fitnessstudios in Deutschland sind nicht barrierefrei oder die Erreichbarkeit ist für Menschen mit Behinderung nicht gegeben. Es gibt viel zu wenige Trainerinnen und Trainer sowie Betreuerinnen und Betreuer, insbesondere für erwachsene BehindertensportlerInnen. Außerdem haben viele Trainerinnen und Trainer nicht die erforderliche Qualifikation, etc.

Wir bitten die Verwaltung um Beantwortung folgender Fragen:

  1. Welche Aktivitäten wurden bisher unternommen, um das Recht auf Teilhabe behinderter Menschen im Sportbereich insbesondere im Breitensport zu ermöglichen?
  2. Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, damit Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Wahlrecht in Bezug auf ihre konkrete Sportausübung haben?
  3. Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um einen barrierefreien Zugang zu städtischen Gebäuden für SportlerInnen und BesucherInnen zu ermöglichen?
  4. Wurden bisher Maßnahmen ergriffen, um Menschen mit Behinderungen die Teilnahme an städtischen Sportveranstaltungen zu ermöglichen?


Antwort der Verwaltung:

Seit langem ist unbestritten, dass der Sport bei vielen Formen menschlicher Behinderung besonders geeignet ist, um den betroffenen Personen wieder Würde und Lebensfreude zu vermitteln. Ziel dabei ist immer die gleichberechtigte möglichst uneingeschränkte Teilnahme an Erholungs-, Freizeit- und Sportaktivitäten. Die Angebote hierzu werden von den Sportvereinen und Weiterbildungseinrichtungen entwickelt. Eine Gesamtstrategie zum Thema Inklusion in Duisburg, die dann auch das Handlungsfeld Sport erfasst, ist derzeit unter Federführung des Amtes für Soziales und Wohnen in Vorbereitung und wird Bestandteil des künftigen Sozialberichtes der Stadt sein.
Um gehandicapten Menschen die Teilhabe am Sport respektive am Breitensport zu ermöglichen, ist es unabdingbar, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Dabei steht die Barrierefreiheit im Vordergrund. Beginnend mit speziell ausgewiesen Park-plätzen, Schaffung behindertengerechter bzw. barrierefreier Zugänge, Installation entsprechender Vorrichtungen zur Ausübung der sportlichen Aktivität, Bau/ Umbau bedarfsgerechter Sanitäranlagen und Umkleideräume bis hin zur Beschäftigung geschulten Personals im Umgang mit- und zur Unterstützung von beeinträchtigten Menschen.
Ebenfalls bedeutsam und angestrebtes Ziel ist es, dafür Sorge zu tragen, dass gleichberechtigte Zugangsmöglichkeiten u. a. auch zu den Verwaltungsbereichen geschaffen werden, wobei unterschiedliche Handicaps zu berücksichtigen sind. So ist zwischen den Bedarfen von köper-, geistig-, seh – und / oder hörgeschädigten Personen zu unterscheiden. Die meist sehr kostenintensiven Einrichtungen zur Ermöglichung freier und unabhängiger Bewegung und Information für Menschen mit Behinderung, stellen für DuisburgSport eine vom Betrieb sehr ernst genommene und wichtige Aufgabe dar. Die kontinuierliche Auseinandersetzung sowie die unpopulistische Selbstverständlichkeit des Sports sich dieser Thematik anzunehmen spiegelt sich in einer Auswahl bereits fertig gestellter und avisierter Maßnahmen dar.

  • Behindertengerechter Zugang am Verwaltungsgebäude DuisburgSport durch Installation eines Rollstuhllifts
  • Bau einer Behindertentoilette für die Besucherinnen und Besucher des Sportparks an der Bezirkssportanlage II (BSAII)
  • Errichtung von Behindertenparkplätzen, u. a. am Allwetterbad Walsum und am Regattahaus an der Regattabahn
  • Barrierefreier Zugang zum Hallenbad Toeppersee, einschl. sämtlicher notwendiger Einrichtungen für gehandicapte Menschen (einschl. einer Beckeneinstiegshilfe)
  • „Weg der Mobilität“ im Sportpark Duisburg unter Gesichtspunkten von Menschen mit Handicap errichtet, durchweg barrierefrei mit inkludierter Boule- Bahn.
  • Zugänge zum Organisationsbereich des Regattahauses wurden den Anforderungen gehandicapte Menschen entsprechend umgestaltet ( u. a. Akkreditierung Kanu WM 2013)

Zusätzlich wurden und werden über Investitionszuschüsse Maßnahmen mit behindertengerechter Ausrichtung gefördert und unterstützt.
Ebenso ist der Umbau des Bundesleistungszentrums für Kanurennsport unter energetischen Aspekten inklusive Barrierefreiheit geplant.
Besondere Aufmerksamkeit wird aktuell der Planung und Ausrichtung der Kanu WM 2013 an der Regattabahn im Sportpark Duisburg gewidmet. Zu dieser Veranstaltung werden über 100 behinderte Sportlerinnen und Sportler erwartet. Der Ausrichter stellt sich der Herausforderung, den Erwartungen aller Athletinnen und Athleten, sowie den Zuschauern und Gästen gerecht zu werden. Eine wesentliche Grundlage zum Gelingen dieser WM wird in der für alle gleichberechtigten Nutzungs- und Zugangsmöglichkeit liegen. DuisburgSport ist zuversichtlich, die an die Planung und Organisation gestellten Anforderungen zu erfüllen.

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