Prognose Schülerzahlentwicklung

05. September 2019

Barbara Laakmann

Der Schulausschuss möge beschließen:


1. Der Schulträger erstellt eine Prognose der Schülerzahlentwicklung für die Jahre 2020-2025 bezogen auf die Grund- und die weiterführenden Schulen, zwecks Erkenntnis über die Auswirkungen einer Schülerzahlbegrenzung in ausgewählten Eingangsklassen der Grundschulen und der weiterführenden Schulen.


2. Der Schulträger erstellt Auflistungen mit dem folgenden Inhalt:


a. alle Grundschulen mit ihrem jeweiligen Sozialindex, wie er vom Amt für schulische Bildung berechnet wurde;
b. alle Grundschulen des Gemeinsamen Lernens;
c. alle weiterführenden Schulen des Gemeinsamen Lernens.


Begründung:


Der Schulträger hat in seiner Antwort (Niederschrift Schulausschuss am 8.4.19, S. 45 f.) auf die Anfrage einer Schülerzahlbegrenzung in den Eingangsklassen der Grundschulen und weiterführenden Schulen (DS-Nr. 19-0292) deutlich gemacht, dass ihm bewusst ist, „dass eine Verkleinerung der Klassengröße ein Hebel darstellt um mit den gestiegenen pädagogischen Herausforderungen, insbesondere in benachteiligten Quartieren, besser umgehen zu können.“ Er hält Grenzen für die Eingangsklassenstärke an Grundschulen bei einer Schülerzahl von 23 für plausibel, für weiterführende Schulen von 25 Schüler*innen. Der Schulträger macht aber gleichzeitig deutlich, dass er in der jetzigen Situation von stark steigenden Schülerzahlen nicht vorhat, die Eingangsklassen verbindlich zu begrenzen. Er begründet dies damit, dass aus seiner Sicht momentan jeder potenzielle Schulplatz im Rahmen der gesetzlich vorgegebenen Obergrenzen vorgehalten werden muss.

 

Die Bedingungen an Schulen sind allerdings sehr unterschiedlich. Insbesondere Schulen in sozialen Brennpunkten und Schulen des Gemeinsamen Lernens können in großen Klassen den pädagogischen Herausforderungen nicht mehr gerecht werden. Genau dies hat das Schulgesetz im Blick, wenn es in §46(3) und §46(4) die Möglichkeiten einer Begrenzung der Klassengrößen benennt.


Die Prognose sowie die beantragten Auflistungen werden benötigt, um die konkreten Auswirkungen von Schülerzahlbegrenzungen in Eingangsklassen darzustellen. Die pädagogischen Herausforderungen an Schulen in sozialen Brennpunkten und Schulen des Gemeinsamen Lernens sind gerade in Zeiten steigender Schülerzahlen so groß, dass Lösungen gefunden werden müssen. Es geht nicht darum, die Schülerzahlen in den Eingangsklassen aller Schulen zu begrenzen, sondern die Schulen, die vor besonderen Herausforderungen stehen, im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten zu unterstützen. All dies entlässt das Land nicht aus seiner Pflicht, deutlich mehr als bisher zu tun, um die Lehrkräfteversorgung an den Duisburger Schulen zu verbessern.

Antwort der Verwaltung

 

Antwort auf den gemeinsamer Antrag der Fraktionen DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen an den Schulausschuss am 16.09.2019 hier:

Prognose Schülerzahlentwicklung (DS 19-1007)1. Der Schulträger erstellt eine Prognose der Schülerzahlentwicklung für die Jahre 2020-2025 bezogen auf die Grund-und die weiterführenden Schulen, zwecks Erkenntnis über die Auswirkungen einer Schülerzahlbegrenzung in ausgewählten Eingangsklassen der Grundschulen und der weiterführenden Schulen. Der Schulträger hat mit der aktuellen Vorlage 16-0262/6 "Schulentwicklungsplanung: Perspektive des Schulraumbedarfs im Grundschulbereich -Bezirksebene" die Entwicklung der Schülerzahlen an den Grundschulen auf der Ebene der Bezirke bis zum Schuljahr 2024/2025 dargestellt. Zudem wurde für jede einzelne Grundschule die jeweilige Beschulungskapazität entlang der gesetzlichen Vorgaben ausgewiesen. "Erkenntnisse über die Auswirkungen einer Schülerzahlbegrenzung" sind daraus ableitbar. Eine vergleichbare Vorlage für die weiterführenden Schulen ist in Vorbereitung. Es liegen jedoch bereits jetzt schon im Rahmen der Vorlage DS 19-0569 "Schulraumerweiterung durch Errichtung von zwei neuen weiterführenden Schulen hier: Planung einer Gesamtschule im Duisburger Norden "Aussagen zu zukünftig möglichen Jahrgangsstärken und mögliche Auswirkungen bei Anwendung einer Schülerzahlbegrenzung vor. (vgl. hier konkret Seite 3 & 4 der Vorlage)

 

2. Der Schulträger erstellt Auflistungen mit dem folgenden Inhalt:

a. alle Grundschulen mit ihrem jeweiligen Sozialindex, wie er vom Amt für schulische Bildung berechnet wurde;

b. alle Grundschulen des Gemeinsamen Lernens;

c. alle weiterführenden Schulen des Gemeinsamen Lernens.

 

a. Die von der Stadt verwendete Schulstandortbewertung (Sozialindex/ auf Basis von Kennzahlen zur Kinderarmut und Schulformempfehlungen) wurde im Rahmen der Einschulung erstmalig für das Schuljahr 2019/2020 systematisch für die Bildung kleinerer Klassen berücksichtigt. Die Bewertung stellt ein internes Steuerungsinstrument dar und eine Veröffentlichung der genauen Schulwerte ist bislang nicht erfolgt und wird u.a. aus Gründen der möglichen Stigmatisierung von Schulen (Stichwort: Ranking) kritisch gesehen.Im Rahmen des Einschulungsverfahren konnten 25 (von 74) Schulen aufgrund der Schulstandortbewertung kleinere Klassen bilden.

 

b. Nachfolgende Schulen sind Grundschulen des Gemeinsamen Lernens (gemäß Angaben Schulamt Stadt Duisburg)

c. Die weiterführenden Schulen des Gemeinsamen Lernens sind in der DS 18-1469 aufgeführt

 

Zu Frage1. Welche Qualifikationen der Mitarbeiter*innen schreibt die Stadt in ihren Ausschreibungen für die Vergabe der Betreuungsangebote vor?

Eine Fachkraft sollte Erzieher*in oder Sozialpädagoge/in sein oder eine vergleichbare Qualifikation haben. Ergänzendes, nicht pädagogisch ausgebildetes Personal muss eine Fort-und Weiterbildung für die Arbeit im offenen Ganztag nachweisen.

 

Zu Frage 2. Welche regelmäßigen Weiterbildungen werden für die Mitarbeiter*innen von den Maßnahmeträgern vertraglich eingefordert?

Der Träger ermöglicht den pädagogischen Kräften die Teilnahme an gemeinsamen Veranstaltungen der beteiligten Akteure vor Ort zur Qualitätssicherung und -entwicklung der Offenen Ganztagsschule (z.B. Anwendungen der Evaluationsmodule aus QUIGS 2.00) im Rahmen der Finanzierung der OGS.

 

Zu Frage 3. Welche Qualitätsanforderungen erfüllen die Maßnahmeträger zur Zeit?

Wie wurden diese vereinbart?

Wie wird das Qualitätsniveau der eingesetzten Mitarbeiter*innen überprüft? Derzeit klagen viele Träger über einen Fachkräftemangel. Die Qualifikation der Mitarbeiter*innen wird in dem seit 01.08.2010 verwendeten Kooperationsvertrag beschrieben. Eine Überprüfung des Qualitätsniveaus findet stichprobenweise statt.

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