Qualitative Besserung der Personalsituation in Duisburger Kitas

08. November 2019

Der Ausschuss möge beschließen:

 

  1. Jeder städtischen Kita in Duisburg wird ein*e feste*r Hausspringer*in zugeordnet.
  2. Die in Ausnahmefällen zulässige Überbelegung von Kita-Gruppen wird als das angewendet, was sie ist: eine Ausnahme, keine Regel.
  3. Der Einsatz von Kinderpfleger*innen in Vertretungsfunktion ist zusätzlich und angemessen zu honorieren

 

Begründung:

 

Die Personalsituation in den städtischen Kitas ist seit Jahren besorgniserregend. In letzter Zeit führte der Personalmangel zu Gruppenschließungen bzw. zur Bitte an die Eltern, ihr Kind zu Hause zu lassen und selber zu betreuen. Diese Situation ist für alle Beteiligten, Beschäftigte, Eltern und Kinder, untragbar.

 

Der Springerpool für erkrankte Kolleginnen und Kollegen ist de facto nicht mehr besetzt, da die vorhandenen Fachkräfte zum größten Teil in Langzeitvertretungen gebunden sind. Da jede einzelne Einrichtung ständig Bedarf hat, da immer jemand krank, auf Fortbildung, im Urlaub/ Sonderurlaub oder anders abwesend ist, benötigen alle Einrichtungen einen ihrem Hause zugehörigen Springer*innen, der mit der Einrichtung und den Kindern vertraut ist. Der Umgang mit vertrauten Personen ist in der Erziehungsarbeit eine wichtige Basis.

 

Der Zustand der ständigen Überbelegung, eigentlich als Ausnahme vorgesehen, tatsächlich aber mittlerweile eingeplante Regel, erschwert die Situation zusätzlich. Es zeichnet sich bereits jetzt die Gefahr der Überbelegung der Überbelegung ab. Es kommen also noch mal mehr Kinder obendrauf. Ein unhaltbarer Zustand, der dringend beseitigt werden muss. Hier bedarf es einer anderen Personalbemessung, die zurzeit unberücksichtigt bleibt. Aufsichtspflicht und individuelle Förderung von einzelnen Kindern kann nicht beliebig mit steigenden Kinderzahlen ohne Personalaufstockung vereinbart werden. Auch die Ergebnisse der teuren Qualitätsmanagements-Untersuchungen können ohne weiteres Personal nicht umgesetzt werden.

 

Der Personalmangel in Einrichtungen führt zum Einsatz von Kinderpfleger*innen in Erzieher*innenfunktionen. Die Gruppenleitung wird übernommen. Dies ist eine Sparmaßnahme auf dem Rücken der Kinderpfleger*innen. Diese Situation ist in der Entgeltordnung nicht vorgesehen. Eine Wahrnehmung von nicht zugeordneten Aufgaben muss jedoch eine zusätzliche und angemessene Honorierung  / Bezahlung nach sich ziehen.

 

gez. Martina Ammann-Hilberath

 

 

Beratungsergebnis:

 

Der Antrag wurde abgelehnt.

 

Dagegen: Die Mehrheit

Dafür: Ratsfrau Ammann-Hilberath (DIE LINKE.) Herr Keser (Bündnis 90 / Die Grünen)

Enthaltung: Herr Sahin (Junges Duisburg)

 

Ratsfrau Ammann-Hilberath (DIE LINKE.) stellte klar, dass der Antrag von den Fraktionen DIE LINKE., das Bündnis 90 / Die Grünen und Junges Duisburg / DAL gestellt worden sei. Aus Sicht der Antragsteller würde dieser Antrag den bereits unter TOP 18 beschlossenen Antrag konkretisieren, da er auf die personellen Situationen der einzelnen Einrichtungen einginge. Zudem fänden es die Antragsteller sinnvoller, die bereits vorhandenen Springer als Hausspringer einzusetzen, da ihnen dann die Gruppen und Kinder bereits bekannt seien.Frau Ammann-Hilberath daher aus diesen Gründen um dieZustimmung des Jugendhilfeausschusses.

 

Ausschussmitglied Herr Sahin (Junges Duisburg) fragte, warum Junges Duisburg nicht als Antragsteller in der Vorlage genannt sei.

 

Ratsfrau Ammann-Hilberath (DIE LINKE.) erklärte, dass die Information über die Personalerhöhung letzten Donnerstag über die Medien bekannt gegeben worden sei. Am Freitag sei die Frist für Anträge abgelaufen. Vor dem Hintergrund dieser knappen Zeitbemessung habe ihre Fraktion versucht die Kommunikation mit den anderen Fraktionen zu führen, was leider vor Fristende nicht möglich gewesen sei. Zu Beginn der Sitzung habe sie den Vorsitzenden, Herrn Ibe mündlich informiert und gebeten diesen Umstand zum Protokoll aufnehmen zu lassen.

 

Der Vorsitzende Ratsherr Ibe (CDU) bestätigte die Ausführungen von Ratsfrau Ammann-HilberathAusschussmitglied

 

Herr Kiepe-Fahrenholz (Diakonisches Werk) merkte an, dass schon zu früheren Zeiten Springer-Kräfte in den Kindertageseinrichtungen eingesetzt waren. Von der Zuordnung zu einzelnen Einrichtungen würde er dringend abraten, da der Vertretungsbedarf nicht regelmäßig auftrete. Hierdurch könne es schnell zu Über-oder Unterbelastungen der Springer-Kräfte kommen.

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