Runder Tisch Kinderarmut in Duisburg

16. April 2018

Martina Ammann-Hilberath

Der Ausschuss möge beschließen:

 

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, einen Runden Tisch „Kinderarmut in Duisburg“ einzurichten. Dieser Runde Tisch erarbeitet unter Beteiligung verschiedenster Akteure beispielsweise aus den Wohlfahrtsverbänden, dem Jobcenter, den Wohnungsgesellschaften, dem Gesundheitsbereich, den Sportvereinen, den Migrantenselbstorganisationen, den Schulen und Kindertagesstätten, dem Duisburger Jugendring sowie den Fraktionen einen Maßnahmenplan zur Reduzierung von Kinderarmut in Duisburg.

 

Begründung:

 

Jedes fünfte Kind ist in Deutschland von Armut betroffen. An der Grenze zur Armut lebt, wer lediglich 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens zur Verfügung hat. Betroffen von Armut sind vor allem Alleinerziehende, Arbeitslose, Teilzeitbeschäftigte und MigrantInnen. Während die Kinderarmutsquote in vielen Städten Deutschlands nur geringfügig steigt oder sogar rückläufig ist, stieg diese in den letzten Jahren in Duisburg deutlich an.

 

Mittlerweile lebt in Duisburg fast jedes dritte Kind in einer Familie, die auf Hartz IV-Leistungen angewiesen und damit besonders von Armut betroffen ist. Am dramatischsten ist die Situation in Hochfeld und Marxloh. In diesen beiden Stadtteilen stieg der Anteil der nicht erwerbsfähigen Hilfebedürftigen unter 15 Jahren an der gleichaltrigen Bevölkerung zwischen 2010 und 2017 um 11,7 % bzw. 7,2 %. Inzwischen lebt in Hochfeld und Marxloh mehr als jedes zweite Kind in einer Familie mit Bezug von Sozialgeld nach SGB II. 

 

Armut wirkt sich für Kinder in vielen ihrer zentralen Lebensbereiche negativ aus. Aus einer Kindheit in Armut wird oftmals eine lebenslange Benachteiligung. Arme Kinder haben neben geringen materiellen Ressourcen, schlechtere Zukunfts- und Bildungsperspektiven und sind häufiger von Ausgrenzung  betroffen.

 

Vor dem Hintergrund stehen die Stadt Duisburg und insbesondere die Kommunalpolitik in der Pflicht im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles zu unternehmen, um sich der dramatischen Entwicklung der Kinderarmut zu stellen. Die Einberufung eines Runden Tisches unter Beteiligung von Vertretern wie den Wohlfahrtsverbänden, den Schulen, den Sportverbänden, dem Jobcenter, den Fraktionen usw., bietet den geeigneten Rahmen, um Möglichkeiten und Handlungsoptionen zu prüfen und Handlungsempfehlungen zur Linderung der Folgen von Kinderarmut zu erarbeiten. 

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