Änderungsantrag zu DS 16-1081: „Straßenbenennung am Bönninger Park“

25. Oktober 2016

Die Bezirksvertretung möge beschließen:

Die Beschlussvorlage wird wie folgt geändert:

 

Beschlussentwurf:
„Im Bereich des Bebauungsplanes-Entwurf Nr.1080, müssen zwei öffentliche Erschließungsstraßen neu benannt werden. Aufgrund der historischen Bedeutung werden die zu benennenden Straßen in

 

„Anna-Speckbrock-Straße“
und
„August-Seeling-Straße“

 

benannt.
Die genaue Lage ist aus dem beiliegenden Lageplan ersichtlich und schraffiert dargestellt.“

 

Die Problembeschreibung / Begründung ändert sich wie folgt:

 

Der Satz

 

„Auf dem Nachbargelände entstand 1939 die Bonbonfabrik der Firma Kanold. Die neue Straße soll eine Erinnerung an das Unternehmen in Duisburg sein.“,

 

wird durch die folgenden Sätze ersetzt:


„Anna Speckbrock war eine Duisburger Katholikin, die während der Nazi-Diktatur Widerstand leistete und trotz drohender Strafen aktiv Kritik am Nationalsozialismus übte. Diesen Widerstand praktizierte sie besonders an ihrem Arbeitsplatz bei der DEMAG (Duisburg-Hochfeld). In dem Frauengeschichtsbuch „Von Griet zu Emma“, des Referates für Gleichberechtigung und Chancengleichheit der Stadt Duisburg, heißt es auf Seite 42: „Anna Speckbrock, eine überzeugte Katholikin aus Neudorf, wurde im Spätsommer 1941 von der Gestapo „geholt“: Ein Zellenobmann ihres Betriebs hatte die damals 22jährige Kontoristin denunziert. Ihr „Vergehen“? Sie hatte „auf ihrer Arbeitsstelle bei der DEMAG eine Predigt des Bischofs Clemens August von Galen“ weitergegeben und im Büro vor ihren Arbeitskolleginnen Kritik am Nationalsozialismus geäußert. Sie empörte sich über den verbrecherischen Krieg, die Euthanasiemorde und die Plünderung des jüdischen Eigentums durch den NS-Staat. Vor der Gestapo vertrat die Jungkatholikin, die keiner NS-Gliederung angehörte, offen und selbstbewusst ihre Gesinnung. Unerträglich erschiene ihr, „daß die Geisteskranken jetzt umgebracht würden.“ Sie pries die Unerschrockenheit des Bischofs von Münster, dem sie vertraute: „Einer ist doch noch da, der es wagt, wenigstens den Mund aufzutun.“ Die neue Straße soll eine Erinnerung an die mutige Duisburgerin Anna Speckbrock sein, die trotz zu erwartenden Strafen Widerstand gegen den Nazi-Terror leistete.“

 

Der Satz

 

„Aus den vorgenannten Gründen wird vorgeschlagen, dass die neuen Straßen in „August-Seeling-Straße“ und „Kanoldstraße“ benannt werden.“,

 

wird ersetzt durch den folgenden Satz:

 

„Aus den vorgenannten Gründen wird vorgeschlagen, dass die neuen Straßen in „August-Seeling-Straße“ und „Anna-Speckbrock-Straße“ benannt werden.“

 

Der Lageplan wird entsprechend angepasst.

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