Änderungen im Eingangsbereich der Duisburger Jobcenter

7. Juni 2017

Carmen Hornung-Jahn

Der Ausschuss möge beschließen:

 

Die städtischen Vertreter der Trägerversammlung werden aufgefordert, gemeinsam mit den Vertretern der Bundesagentur der Trägerversammlung dafür Sorge zu tragen, dass der Beschluss des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Gesundheit vom 06.11.2014 (DS 14-1212) vollumfänglich umgesetzt wird. Dieser Beschluss sieht die Wiedereinführung eines elektronischen Nummernsystems i.V.m. Sitzgelegenheiten oder andere vergleichbare Lösungen im Eingangsbereich der Geschäftsstellen des Duisburger Jobcenters vor und darüber hinaus den Abzug (privater) Security-Mitarbeiter aus dem Bereich des direkten Kundenkontakts im Eingangsbereich der Geschäftsstellen des Duisburger Jobcenters.

 

Begründung:

 

Mit der Stellungnahme Herrn Pfeifers vom Duisburger Jobcenter vom 08.09.2016 (siehe Anlage) zum ASG-Ausschuss am 16.09.2016 und der diesbezüglichen Beratung im ASG-Ausschuss wurde die Ablehnung der Wiedereinführung eines elektronischen Nummernsystems mit baulichen Veränderungen begründet. Diese baulichen Veränderungen sind seit mehreren Monaten  abgeschlossen und haben nicht zu einer vollumfänglichen Umsetzung des ASG-Ausschuss-Beschlusses geführt, da die Einrichtung von Sitzgelegenheiten den Andrang zu den Schaltern nicht bewältigen kann, weil sie nicht direkt vor den Schaltern positioniert sind, sondern weit abseits davon und zudem in ungenügender Anzahl vorhanden sind. Wer diese Sitzgelegenheiten wahrnimmt statt sich in die Stehschlagen vor den Schaltern zu stellen, dringt ohne Begleitung nicht zum Schalter vor und kann damit ihre/seine existenziellen Angelegenheiten nicht klären. Sie/er muss sich danach wieder hinten in die Stehschlangen anstellen. Insbesondere für körperlich beeinträchtigte Menschen ist dieser Zustand weiterhin unzumutbar und gesundheitsgefährdend. Die baulichen Verbesserungen betreffen außerdem im Wesentlichen nur die Geschäftsstelle auf der Friedrich-Wilhelm-Straße in DU-Stadtmitte, doch selbst diese baulichen Veränderungen reichen nicht zur Vermeidung von Stehschlangen aus. Alle anderen Geschäftsstellen sind von Umbaumaßnahmen nicht oder nur marginal betroffen. Insbesondere die Geschäftsstelle auf der Friedenstraße in DU-Hochfeld ist völlig überlaufen, so dass regelmäßig ein Großteil der Besucher nicht in das kleine Gebäude hineingelassen werden kann.

Wir drängen daher erneut auf die Wiedereinführung eines elektronischen Nummernsystems, wie es auch in den Jobcentern vor deren Abriss Standard war. In allen anderen uns bekannten Duisburger Verwaltungseinrichtungen mit hohem Publikumsverkehr (z.B. Stadtwerke, Straßenverkehrsamt, Bürgerbüros) gibt es ein solches elektronisches Steuerungssystem zur erfolgreichen Vermeidung von Streitigkeiten und Aggressionen im Kampf um vordere Stehlätze vor den Schaltern. Das ist jetzt auch in den Duisburger Jobcentern überfällig, zumal dort die Anspannung wegen der stets existenziellen Sachverhalte besonders hoch ist. Dies zeigen auch die in den Sozialberatungen bekannten Fälle von Hausverboten und Polizeirufen. Auch für die sehr stark belasteten Jobcenter-Mitarbeiter(innen) an den Schaltern wäre eine solche elektronische  Kundensteuerung eine erhebliche Arbeitserleichterung, weil sie dann nicht mehr ständig eine große Stehschlage voller ungeduldiger Betroffener vor Augen hätten.

Ein elektronisches Nummernsystem ist im Verhältnis zu baulichen Maßnahmen schneller und effektiver.

Außerdem drängen wir auf die Umsetzung des Beschlusses zum Rückzug der Security-Mitarbeiter aus dem Bereich des direkten Kundenkontakts. Die Jobcenter-Mitarbeiter an den Schaltern und die Jobcenter-Kunden sind ohnehin durch sehr dicke, hohe und damit unüberwindbare Plexiglas-Scheiben voneinander getrennt. Die Security-Mitarbeiter im direkten Kundenbereich sind hauptsächlich mit der Bekämpfung von Streitereien und Aggressionen zwischen den Hartz 4-Betroffenen in den Stehschlangen beschäftigt. Die Erfahrungen in Verwaltungsbereichen mit elektronischer Steuerung zeigen aber, dass dort diese Aggressionen minimal sind. Darüber hinaus kann im Notfall mit Hilfe der Betätigung von Klingeltasten durch die Schalter-Mitarbeiter die im Nebenraum befindliche Security sehr schnell herbei gerufen werden.

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