Änderungen im Eingangsbereich der Job-Center

05. September 2016

Der Ausschuss möge beschließen:

 

Die städtischen Vertreter der Trägerversammlung werden aufgefordert, gemeinsam mit den Vertretern der Bundesagentur der Trägerversammlung dafür Sorge zu tragen, dass mindestens folgende Sofort-Maßnahmen in ihren Eingangsbereich umgesetzt werden:

 

• Wiedereinführung eines elektronischen Aufrufsystems (Nummernsystem)
• Installation von Sitzgelegenheiten
• Abzug (privater) Security-Mitarbeiter aus dem Bereich des direkten Kundenkontakts
           (Datenschutz!)


Begründung:

 

Aus dem Foto des Duisburger Jobcenter-Eingangsbereichs von Ende Juni 2016 (siehe Foto Anlage) geht eindeutig hervor, dass der Beschluss des Ausschusses (14-1212) nach gut 1 ½ Jahren noch nicht umgesetzt worden ist.

Die Menschen müssen sich nach wie vor in viel zu engen Stehschlangen auf engem Raum anstellen, um ihre Anliegen an den Schaltern (am rechten Rand des Fotos und nicht sichtbar links vom Foto) vortragen zu können. Insbesondere für kranke (vor allem gehbehinderte) Menschen und Kinder ist diese Situation unerträglich. Betroffene müssen ihren Stehplatz bis zu 1 ½ Stunden lang in dieser angespannten Situation verteidigen. Die alphabethische Zuordnung der Betroffenen zu den Schaltern wechselt fast wöchentlich ist wegen des Andrangs schlecht zu erkennen. Die gesetzlich vorgeschriebene Hilfe (Barauszahlung) in Notfällen innerhalb von 24 Stunden kann so nicht eingehalten werden. Der hinter den Aufzügen durch Glastüren getrennte Vorraum wird nicht für eine humane Kundensteuerung benutzt, obwohl dies technisch ohne großen Aufwand möglich wäre, zumal die Jobcenter-Kunden von der Straße aus alle durch diesen Vorraum gehen müssen, um zum Schalterraum auf dem Bild zu gelangen. In diesem Vorraum ließe sich mit der dringend erforderlichen deeskalierenden Wirkung installieren:

• ein System zum Ziehen von Nummern
• Bildschirme mit der Anzeige dieser Nummern
• Sitzgelegenheiten

Der Datenschutz beim Vortrag der persönlichen Anliegen am Schalter (siehe am rechten Rand des Fotos Anlage 1) ist nicht gewährleistet. Es kommt immer wieder vor, dass private Security-Mitarbeiter nicht (wie hier im Bild) an den Türen stehen, sondern direkt an den Schaltern. 

Die Ablehnung eines elektronisch gesteuerten Nummernsystems durch das Jobcenter (DS 15-0316, Niederschrift von 26.03.15, Seite 14) mit dem Hinweis auf Probleme beim Aufrufen von Nummern, kann so nicht hingenommen werden. Sie stehen in keinem Verhältnis zu den Problemen und Nöten der Betroffenen.

Andere Jobcenter, wie zum Beispiel das Jobcenter in Düsseldorf, haben bessere und für die Betroffenen humanere Lösungen gefunden.

Wir erwarten nicht nur eine quantitative Lösung (z.B. mehr Schalter und mehr Raum), sondern vor allem eine qualitative Lösung (Nummernsystem statt Stehschlagen), zumal die tagesaktuelle Größe des Andrangs nicht steuerbar, geschweige denn für die Zukunft planbarer ist.

 

 

Gez. Carmen Hornung-Jahn

Ratsfraktion Die Linke Duisburg

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