Neukonzeption der Eingangsbereiche in den Geschäftsstellen des Duisburger Jobcenters

05. März 2015

Der Antrag wurde in eine anfrage umgewandelt, diese wurde bereits beantwortet.

 

In der Sitzung am 6.11.2014 hat der Ausschuss den Geschäftsführer des Jobcenters Duisburg aufgefordert, Sorge zu tragen, dass die Eingangsbereiche in den Geschäftsstellen des Duisburger Jobcenters unter den folgenden Gesichtspunkten neu konzipiert werden:

- Wiedereinführung eines elektronischen Nummernsystems i.V. m. Sitzgelegenheiten oder andere vergleichbare Lösungen im Eingangsbereich der Geschäftsstellen

- Abzug (privater) Security-Mitarbeiter aus dem Bereich des direkten Kundenkontakts im Eingangsbereich der Geschäftsstellen.

Wir bitten um einen Sachstandsbericht, der den Stand der Planung sowie Zeitpunkt der Realisierung darstellt.

Antwort des jobcenters Duisburg:

Mit Einverständnis des Antragstellers die Fraktion Die Linke. wird der Antrag DS 15-0316 in eine Anfrage umgewandelt.

 

zu 1.
Das jobcenter Duisburg legt hohen Wert auf eine kunden- und mitarbeiterorientierte Dienst-leistungserbringung. Insbesondere die Atmosphäre in den Wartebereichen und in Bera-tungssituationen ist ein wesentliches Element bei der Kunden- und Mitarbeiterorientierung. Dabei haben Sicherheitsaspekte eine übergeordnete Bedeutung.


Im Oktober 2014 wurde gemeinsam mit der Unfallkasse des Bundes und der Fachkraft für Arbeitssicherheit unter Beteiligung der Mitarbeitervertretungen in den Standorten Mitte (Friedrich-Wilhelm-Str.) und Nord (Duisburgerstr.) an 2 Tagen die Situation vor Ort analysiert und nach Lösungsansätzen gesucht.


Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Träger und des jobcenter hat sich erneut mit Strate-gien beschäftigt. Aktuell wird die Zahl der Besucher in den Liegenschaften Mitte und Nord begrenzt. Die höchstmögliche Besucherzahl wurde durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit definiert (Mitte vorderer Bereich < 55; Mitte Empfang < 96; Nord Eingang Leistung < 20; Ko-pierbereich < 20; Empfang Leistung < 80; Empfang MuI <20). Nur so können die Fluchtmög-lichkeiten in den Standorten gewahrt bleiben. Diese Maßnahme wird seit Herbst 2014 in den beiden Standorten ergriffen, seit dem 02.03.2015 mit der definierten Höchstzahl. Die Akzep-tanz bei der weit überwiegenden Zahl der Kunden ist vorhanden, da es auch um die Sicher-heit der Kunden in den Empfangsbereichen geht.


Insbesondere das Wartemarkensystem wurde in allen Liegenschaften erprobt. In keiner Lie-genschaft konnte es beibehalten werden. Gründe waren:

  • Der Aufruf bedingt immer eine verzögerte Vorsprache am Schalter, da der Kunde nach Aufruf eine Rüst- und Wegezeit benötigt, bis er sein Anliegen am Schalter kommuniziert. Dies trifft umso mehr zu, wenn vom Wartebereich kei-ne direkte Sicht auf den Empfang möglich ist. Der Kundendurchfluss verlang-samt sich; Wartezeiten steigen deutlich an.
  • Oftmals wird der Aufruf verpasst, da der Kunde die Wartezeit für andere Dinge nutzt (z.B. Einkäufe erledigt oder das Haus zum Rauchen verlässt etc.. Spricht der Kunde mit der „verpassten Nummer“ wieder vor, gibt es Irritationen und immense Diskussionen; ist somit auch konfliktbehaftet. Das Verhalten ver-stärkt sich insbesondere dann, wenn sich Wartezeiten deutlich erhöhen (s.o.)
  • Der Handel mit Wartemarken kann nicht ausgeschlossen werden
  • Die Steuerung (in der Mitte gibt es teamscharfe Empfangsplätze, was von den Kunden auch deutlich so gewünscht wird) ist extrem kompliziert und wird für Kunden kaum noch nachvollziehbar
  • Wartebereiche in der Nähe der Empfangsschalter sind nicht vorhanden (weite Wege) Besonders kritisch wird es dann, wenn vom Wartebereich aus kein Sichtkontakt zu den Empfangsplätzen besteht. In den beiden kritischen Lie-genschaften Mitte und Nord sind solch ausreichend dimensionierte Wartebe-reiche mit Sichtkontakt zu den Empfangsplätzen baulich nicht darstellbar. Zwi-schen den Sitzreihen im Wartebereich müssen ausreichende Bewegungsflä-chen (auch mit Kinderwagen) und Fluchtwege vorhanden sein.
     

zu 2.
Ein Abzug des Sicherheitspersonals ist nicht vertretbar. Das Sicherheitspersonal trägt zur Deeskalation und zur Verbesserung der Sicherheit in den Standorten wesentlich bei.

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