Evonik-Kohlekraftwerk Walsum
Der gegen Umweltbewegung und zahlreiche AnwohnerInnen durchgesetzte Kohlekraftwerksblock 10 in Walsum macht dem Evonik-Steag-Konzern bisher wenig Spaß. Auf eine Anfrage aus der BV Walsum und des Umweltausschusses liegen über die Stadtverwaltung Antworten von Evonik und der Genehmigungsbehörde vor. Die auf 750 MW elektrische Leistung ausgelegte Anlage war im März stufenweise in den Probebetrieb gegangen.
Am 30.03. war klar: An den rd. 35.000 Schweißnähten von Rohrleitungen und Dampferzeuger wurden rd. 1.500 Undichtigkeiten festgestellt. Die Anlage musste abgefahren werden. Im Dampferzeuger wurde ein offenbar bisher nicht ausreichend getesteter Werkstoff eingesetzt.
Probleme gab es auch an der Hitachi-Turbine, diese musste ausgebaut und nachgearbeitet werden. Bis heute bleibt unklar, wann alle Schäden behoben sind und die Anlage angefahren werden kann. Ob sie dann sicher genug ist, bleibt fraglich.
Aus der Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes ist das Kraftwerk schädlich, weil es noch nicht einmal über Kraft-Wärme-Kopplung verfügt und im Wirkungsgrad max. 45 % erreicht. Die Abwärme geht über den 181m hohen und weithin sichtbaren Kühlturm in die Umwelt. Das Kraftwerk wird jährlich rd. 4,4 Mio. t des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid und ca. 300 t Feinstaub emittieren. Außerdem ist es energiepolitisch unsinnig, den erzeugten Strom nach Österreich zu exportieren. Evonik will das Kraftwerk mit 16 weiteren veräußern. Mitbewerber ist ein Konsortium v.a. aus 7 Ruhrgebietsstädten, dem auch die Duisburger Stadtwerke angehören.