
Gerüchte um eine Schließung des Neumühler St. Barbara Hospitals halten sich schon länger. Nun wurden Pläne des Katholischen Klinikums Duisburg (KKD) bekannt, die viel weiter reichen und die Duisburger Krankenhauslandschaft massiv verändern würden. Alle zum Verbund des KKD gehörenden Kliniken – St. Barbara in Neumühl, St. Johannes in Hamborn, St. Marien und Vinzenz in Hochfeld sollen geschlossen werden zu Gunsten zweier neu zu errichtender Krankenhäuser. Eines davon soll in Stadtmitte und das andere im Norden stehen.
Schleichender Abbau
Diese Pläne waren von der KKD-Leitung lange geheim gehalten worden, aber der Druck auf die Beschäftigten nahm zu. Erst als die drohende Schließung von St. Barbara zum Wahlkampfthema wurde, ließen sich die Absichten nicht länger unter der Decke halten. In einer Pressemeldung wurden die Vermutungen bestätigt und auch der damit verbundene erhebliche Abbau von Stellen und Ausbildungsplätzen. Zwei ehemalige Chefärzte und der ehem. Verwaltungsdirektor luden zu einer gut besuchten Bürgerversammlung am 1.10.09 ein. Dort brachten die drei Referenten ihre Enttäuschung über die Politik des KKD sehr deutlich zum Ausdruck: Seit Beginn der 90er Jahre, als das St. Barbara in den Verbund des KKD aufgenommen wurde, zerstörte dieser Zug um Zug die Existenzgrundlagen von St. Barbara. Abteilungen wurden geschlossen und in das Hamborner St. Johannes Hospital (ebenfalls KKD) verlagert, leitende Ärzte vorzeitig in den Ruhestand geschickt, die Stellen nicht wieder besetzt. Dabei hatte das St. Barbara als kleines, leistungsfähiges Krankenhaus immer sehr gut die Bedürfnisse der umliegenden Bevölkerung abgedeckt. Die Gynäkologie war weit über Neumühl hinaus bekannt, ebenso die Handchirurgie und die Dermatologie. In den vergangenen 25 Jahren wurden noch neue Gebäudetrakte und hochmoderne OP-Säle gebaut. Warum wurde investiert, wenn angeblich die Wirtschaftlichkeit des Krankenhauses nicht gegeben war? Dass das Krankenhaus in seinem heutigen Zuschnitt nicht mehr zu halten ist, sieht auch der ehemaliges Chefarzt Dr. Scharlau. Zu viel wurde schon abgebaut und in andere Häuser verlagert. Aber die Art und Weise, wie ein gut funktionierendes Krankenhaus erst schlecht gemacht wird, um es schließlich ganz abzuwickeln, sei einfach ein Skandal, so Dr. Scharlau. Die Finanzierung der geplanten Neubauten ist zudem alles andere als gesichert.
Gegenwehr
Die BürgerInnen im Hamborner Stadtbezirk wollen jedoch um den Erhalt von St. Barbara kämpfen. Noch während der Versammlung wurde eine Unterschriftenaktion beschlossen, der sich mittlerweile schon einige tausend BürgerInnen angeschlossen haben.
VertreterInnen der LINKEN, SPD, CDU und der SGU aus der Hamborner Bezirksvertretung, dem Rat und dem Landtag sagten ihre tatkräftige Unterstützung zu. Der Kampf gegen die drohende Schließung wurde in die Kooperationsvereinbarung zwischen SPD und der LINKEN für den Bezirk Hamborn aufgenommen. Auf ihrer konstituierenden Sitzung nahm die BV Hamborn am 04.11. einstimmig eine Resolution an. Tenor: „Aus unserer Sicht gibt es keine Veranlassung, das Barbara-Krankenhaus zu schließen, sowohl aus baulicher als auch aus medizinischer Sicht.“
Charlotte Weyers, Sprecherin des OV DIE LINKE Hamborn