
"Wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut"
von Lukas Hirtz
Am Dienstag den 17.11. erreichten Schüler- und Studentenproteste ihren ersten Höhepunkt. Rund 85 000 junge Menschen demonstrierten friedlich für eine bessere Bildung.
"Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut", schallten die Sprechchöre durch die Duisburger Innenstadt. Auch in Duisburg protestierten SchülerInnen mit Unterstützung durch Lokalprominenz "die Bandbreite" gegen die Veränderungen im Schulsystem. Mit Rennaktionen und Sitzblockaden, sowie interessanten Redebeiträgen machten die Schüler auf sich aufmerksam.
Ihnen missfällt die jetzige Situation an Schulen und Unis. Dazu gehört das Thema der Kopfnoten. Obwohl durch die Sonstige-Mitarbeit-Note das Verhalten eines Schülers schon in die Gesamtnote einfließt, wird durch die Kopfnote Unterwürfigkeit trainiert und überzogen bewertet, so die Kritik. Viele Schulen vergaben pauschal Kopfnoten, weil es keine Maßstäbe gibt, das Verhalten der Schüler zu bewerten. Viele halten dieses Verfahren auch Menschen unwürdig, da der Charakter nicht in 3 Kategorien eingeteilt und bewertet werden kann. Es ist nicht teil einer schulischen Ausbildung eine Person, gerade in einer Phase der Festigung, an sich zu bewerten. Pech hatte der Schüler dessen Schule niedrigere Noten vergab.
Auch sehen viele junge Menschen nicht mehr die Möglichkeit gegeben sich ausreichend zu bilden. Überfüllte Klassen machen es den Lehrern unmöglich einzelne gezielt zu fördern, entgegen den Beteuerungen der Regierung sind die Schülerzahlen pro Klasse gestiegen. Studenten haben durch die Einführung der Master-Bachelor-Studiengänge nicht mehr die Möglichkeit, das zu lernen, was sie möchten und sich die Zeit zu nehmen, die sie brauchen, um vernünftig zu lernen. Durch die Studiengebühren können viele sich das Studium gar nicht erst leisten.
Auch durch die Einführung des Turbo-Abis wird die Ausrichtung der Bildung zur Herstellung von Arbeitskräften deutlich. Bildung ist kein Selbstzweck mehr, sondern Ware geworden. Möglichst viel, und dennoch nicht ausreichendes Wissen muss in die Köpfe gezwängt werden. So haben Schüler oft gar keine Freizeit mehr, da sie nach der Schule noch lernen und Hausaufgaben machen müssen.
Es gibt einen enormen Leistungsdruck an deutschen Schulen, obwohl es für die Entwicklung eines Kindes notwendig ist, eine unbeschwerte Jugend zu verbringen. Viele halten diesem Druck nicht stand. Die werden dann ausselektiert. Ohne Abitur ist es schwer einen vernünftigen Job zu finden. Hauptschüler werden stigmatisiert und ausgegrenzt.
Nicht zuletzt wird an der Bildung gespart, viele Schulgebäude sind marode. Pech hat wer in der Schule zur Toilette muss, die stamme oft noch aus der Zeit, als das Gebäude gebaut wurde. Sind sie kaputt fehlt das Geld für die Reparatur.
Gegen all Das gehen nun die Schüler auf die Straße und wehren sich dagegen, dass Ihnen immer gesagt wird, die Jugend und ihre Bildung seien die Zukunft, aber kein Geld für sie vorhanden, während Banken mit Steuermilliarden gerettet werden.
Die Linksjugend[`solid] kämpft mit den Schülern. So ist auch eine Aktion bei der Kultusministerkonferenz am 10.12. in Bonn geplant.