
Fünf Frauen kandidieren auf den vorderen Listenplätzen der NRW-Landesliste
Ein Blick auf die Landesliste zur Bundestagswahl zeigt es direkt: DIE LINKE.NRW hat viele weibliche Gesichter. Schon unter den ersten sieben Listenplätzen finden sich fünf Frauen, eine davon als Spitzenkandidatin: Ulla Lötzer (Platz1), Ulla Jelpke (Platz 2), Inge Höger (Platz 3), Sahra Wagenknecht (Platz 5) und Sevim Dagdelen (Platz 7). Nach soviel weiblicher Präsenz sucht man bei den anderen Parteien vergeblich. Die Kandidatinnen sind inhaltlich in vielen wichtigen bundespolitischen Themen aufgestellt. Neben wirtschafts- und finanzpolitischer Kompetenz, zählen auch Innenpolitik, Integrations- und Migrationspolitik, sowie Frieden und Abrüstung zu den politischen Kernthemen.
Für einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel!
Die Spitzenkandidatin Ulla Lötzer aus Essen, gelernte Informatikerin und ehemalige Gewerkschaftssekretärin (ver.di), ist seit 2005 Sprecherin für internationale Wirtschaftspolitik in der Bundestagsfraktion DIE LINKE. Für das 59-jährige attac-Mitglied ist es besonders wichtig, „gemeinsam mit Gewerkschaften, sozialen Bewegungen und Umweltverbänden für konkrete wirtschaftsdemokratische Alternativen zur Überwindung des Kapitalismus und für eine sozial gerechte Gesellschaft einzutreten! Wenn in einem der reichsten Länder der Welt Kinder anderen das Essen vom Teller klauen müssen, weil sie es in der Schule nicht zahlen können, ist das ein Skandal, der nicht hinzunehmen ist!“ Ulla Lötzer war an der Erarbeitung des Antikrisenprogramms der LINKEN beteiligt: “Wir wollen mit Zukunftsinvestitionen den Binnenmarkt stärken. DIE LINKE hat mit ihrem Zukunftsfonds ein Konzept für sichere und zukunftsträchtige Industriearbeitsplätze – und das ist ganz besonders für NRW enorm wichtig.“ Wirtschafts- und finanzpolitische Kompetenz kommt auch von Sahra Wagenknecht, bis vor kurzem Abgeordnete des Europäischen Parlaments. Auch Wagenknecht plädiert in der Wirtschaftskrise für einen grundlegenden Kurswechsel: „Notwendig ist eine neue, andere Wirtschaftspolitik, die nicht auf Profite für Reiche und Konzerne setzt, sondern auf Umverteilung von oben nach unten, öffentliches Eigentum, Mitarbeiterbeteiligung und eine langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen.“
Wir zahlen nicht für Eure Krise – und Eure Kriege!
Auf Platz 3 kandidiert Inge Höger. Die 59-jährige Betriebswirtin aus Herford engagiert sich seit 2005 bereits im Verteidigungsausschuss des Bundestages gegen Krieg. Gerade in Krisenzeiten sei eine starke LINKE notwendiger denn je: „Krieg und Sozialabbau sind zwei Seiten einer Medaille. Die Rüstungsausgaben steigen ständig und ganz nebenbei wird mit Geldern aus dem Konjunkturpaket die Bundeswehr noch besser für Kriegs- und Besatzungseinsätze ausgestattet. Dagegen fordere ich: „Wir zahlen nicht für Eure Krise und nicht für Eure Kriege!“
Für eine offene, humane und solidarische Gesellschaft! Grundrechtsabbau stoppen!
Auch Militäreinsätze im Inland sind ein zentrales Thema der LINKEN. Ulla Jelpke, Journalistin und Sozialwissenschaftlerin, kämpft seit langen gegen die Militarisierung des Inneren, zuletzt als innenpolitische Sprecherin der LINKEN im Bundestag. „Militäreinsätze im Inland werden seit langem gefordert – wie immer in Krisenzeiten, und sie werden sich wieder gegen Linke und Werktätige richten. Migrantinnen und Migranten geraten verschärft in die Rolle von Sündenböcken. Neonazis agitieren mit scheinbar 'volksnahen' Parolen, ihre Ansichten machen sich zunehmend in der sogenannten Mitte der Gesellschaft breit. Dagegen möchte ich klare linke Positionen stärken: „Kein Grundrechteabbau, für eine humane Asyl- und Flüchtlingspolitik, für konsequenten Antifaschismus, gegen die Militarisierung der Polizei!“
Sevim Dagdelen, 34, aktives Mitglied der DIDF und geborene Duisburgerin, kandidiert auf Platz 7 der Landesliste. Die bisherige integrations- und migrationspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion setzt sich seit langem für eine humane Flüchtlingspolitik ein und hat auch gegen den neoliberalen EU-Vertrag von Lissabon geklagt: „Statt die Ursachen für Flucht und erzwungene Migration zu bekämpfen, werden die Menschen bekämpft. DIE LINKE steht für eine grundlegend neu ausgerichtete europäische Migrations-, Flüchtlings- und Integrationspolitik. Eine, die sich nicht nach den Verwertungsinteressen des Kapitals richtet. Wir wollen eine Politik deren Maßstab der Mensch ist und die sich für die Verknüpfung von Menschen- und Arbeitnehmerrechten stark macht.“