Kita-Streik ist gut für Kinder

Die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst haben für Gesundheitsschutz und eine bessere Bezahlung gestreikt. Die Folge: Eltern und Kinder standen vor geschlossenen Einrichtungen. Viele Eltern mussten die Kinderbetreuung neu organisieren, ob in der Familie oder durch Urlaub. Einige Eltern haben behauptet, der Streik würde auf dem Rücken der Kinder ausgetragen, wenn die Kita geschlossen oder das Kind in einer Notgruppe mit einer anderen Bezugsperson untergebracht werden muss. Dabei wird übersehen, dass die Ursache des Streiks in einer völlig unzureichenden Personalsituation, schlechten Arbeitsbedingungen und mieser Bezahlung zu suchen sind. Eine Dauergeräuschkulisse, die der eines startenden Flugzeuges entspricht, könnte z. B. mit schallschluckenden Dämmungen in den Kitas vermieden werden. Dass gesunde und gut bezahlte ErzieherInnen gut für unsere Kinder sind, ist eine Binsenweisheit. Denn wir wollen keine Kinderverwahranstalten, sondern Kindertagesstätten, die mit hochqualifiziertem Personal unsere Kinder optimal betreuen.

Von der Sprachförderung bis zur sozialen Kompetenz bei gleichzeitiger Berücksichtigung von migrationsspezifischen und sozialen Aufgaben sollen ErzieherInnen unsere Kinder von der Krippe zum Abitur führen. Doch das Kinderbildungsgesetz (Kibitz) in NRW, das von CDU und FDP durchgesetzt wurde, hat die Situation von Eltern und ErzieherInnen zu Lasten der Kinder verschlechtert. Weniger Personal, größere Gruppen und höhere Kosten für die Eltern sind die Folge. Auch deshalb war der ver.di-Streik wichtig. Optimale Ausstattung der Kitas und ausreichendes und gut bezahltes Personal ist das Beste, was den Kindern passieren kann. Auch deshalb haben der Stadtelternrat, viele Eltern und nicht zuletzt DIE LINKE ihre Solidarität mit den ErzieherInnen zum Ausdruck gebracht.

Martina Ammann