Ombudsmann unter Druck

Kritik an der Arbeit der ARGE nicht erwünscht

Die Mitglieder des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales wollten in ihrer Sitzung einen ersten Erfahrungsbericht des Ombudsmanns  Schoch erhalten. Das ist ihr Recht, stieß jedoch auf heftigen Widerstand seitens der Geschäftsführung der ARGE. Nach der Berichterstattung wunderte das auch niemanden mehr, sind doch seine Erfahrungen nach einem Jahr alles andere als positiv.
Als Herr Schoch eingesetzt wurde, freute sich ARGE-Geschäftsführer Maul noch, „einen sozial erfahrenen und hoch kompetenten Fachmann für diese wichtige Aufgabe gewonnen zu haben“. Herr Schoch, der auf fundierte Fachkenntnisse im Sozialverwaltungsrecht zurückgreifen konnte, sollte ein Vermittler bei Auseinandersetzungen zwischen Hilfeempfängern und der ARGE sein. Nach seiner Berichterstattung waren Maul und einige Mitglieder der ARGE-Trägerversammlung so verstimmt, dass sie laut über seine Absetzung nachdachten.
Kritik ist eben nicht erwünscht, insbesondere dann nicht, wenn es um geringschätziges Verhalten gegenüber den Leistungsempfängern geht, wenn bekannt wird, wie lange Einzelne auf ihr Geld warten müssen, oder immer wieder die gleichen Unterlagen einreichen müssen, weil es bei der ARGE ein tiefes schwarzes Loch gibt, in denen Unterlagen verschwinden. All das ist nicht angenehm und läßt auch kein gutes Licht über diese Verwaltungsstelle leuchten.
Die Wohlfahrtsverbände haben sich mit dem Ombudsmann solidarisch erklärt und betonten seine Loyalität gegenüber den Mitarbeitern der ARGE und auch seine Bemühungen, um eine sachliche Lösung der Probleme im Sinne der Hilfesuchenden. Das Ausschussmitglied Werner Roming, selbst  seit vielen Jahren ehrenamtlicher Sozialberater bei ver.di und den LINKEN, konnte nur feststellen, dass der Bericht auch seine Erfahrungen in der Beratung widerspiegelt. „Herr Schoch leistet hervorragende Arbeit“, so Roming. „Wichtig ist nun, dass jetzt daran gearbeitet wird, dass Mißstände abgestellt werden.“