Behörden müssen handeln

Dioxin-Niederschlag in Wanheim und Meiderich noch immer zu hoch

Obwohl eine (Dioxin-) Dreckschleuder im Duisburger Süden – die Firma MHD-Sudamin – Bankrott gemacht hat und auf dem Gelände jetzt ein Park angelegt wurde, sind die Werte vor allem in Wanheim (Messdaten von 2007) immer noch alarmierend hoch. Führend: Die Mess-Station an der Trafostation. Hier wurden 34 pg/m³ x Tag gemessen, aber auch an der Mess-Station an der Kläranlage wurden 21 pg/m3 x Tag und in der Station Meiderich immerhin noch 7,6 pg/m3 x Tag festgestellt. Der laut Länderarbeitsgemeinschaft Immissionsschutz (LAI) zulässige Grenzwert liegt bei nur 4 pg/m3 x Tag! Niemand kann sagen, ob das wenigstens eine Verringerung gegenüber früher ist. Die gemessenen Werte sind „TEF-WHO-Werte“ – also Summations-Werte, die die verschiedenen Dioxin- und Furanarten mit dem Seveso-Gift 2,3,7,8 Tetrachlor-Dibenzodioxin vergleichbar machen. Diese TEF-Werte wurden jedoch verändert, indem einerseits verwandte Gifte wie das PCP einbezogen, andererseits die TEF-Werte für verschiedene Einzeldioxine- und -furane herabgesetzt wurden. Deshalb hat die Fraktion der LINKEN im Umweltausschuss gefordert, für eine Übergangszeit auch Daten einzelner, für Duisburg typischer sog. Dioxin-Kongenere zu veröffentlichen, um wenigstens den Trend erkennbar zu machen.
Stellt Dioxin-Niederschlag überhaupt eine Gefahr dar, obwohl nach wie vor wegen der Blei- und Cadmium-Belastung in Wanheim Anbau- und Verzehrbeschränkungen für eigenes Gemüse bestehen? Antwort: Ja, denn Kleinkindern kann man keine Verzehrbeschränkungen auferlegen, ihre Erkundung der Welt geht in einer bestimmten Phase ihrer Entwicklung über den Mund. Man kann nicht verhindern, dass sie Staub, Erde, Sand usw. aufnehmen. Sie sind also am meisten gefährdet und Dioxine sind krebserzeugend.
Zur Einhaltung der Grenzwerte für Feinstaub sind inzwischen Luftreinhaltepläne und (einklagbare) Aktionspläne vorgeschrieben. Warum wird bei gleicher Gefährdung mit zweierlei Maß gemessen? Als Verursacher in Wanheim kommen die Firmen BUS, DK-Recycling und die Sinteranlage von HKM in Frage. Jetzt muss der jeweilige Anteil festgestellt werden. Unsere Fraktion hat eine entsprechende Anfrage für den Umweltausschuss gestellt.