Duisburg ist einsame Spitze

Zwei Mal hat Schwarz/Grün in den letzten 18 Monaten die Elternbeiträge für Kindertagesstätten erhöht. Begründung: Haushaltsaufsicht und KiBiZ machen es erforderlich. Alles Quatsch, dem sanften Druck von oben hätte man durch geschlossenen Widerstand von Eltern und Einrichtungsträgern wirksam begegnen können. Das Ergebnis ist jetzt einsame Spitze: Duisburgs Eltern zahlen im Vergleich mit den Nachbarstädten am meisten. Der Standpunkt hat die Gebühren verglichen.

Bis zu einem Bruttoeinkommen  von 15.000 € jährlich werden die Eltern in allen Städten geschont. Das entspricht in etwa Hartz IV. Wer mehr Einkommen hat, wird fast überall zur Kasse gebeten. Ausnahme ist Düsseldorf: Bis 24.542 € ist der Besuch des Kindergarten beitragsfrei. In anderen Städten zahlen Eltern in dieser Einkommensgruppe zwischen 35 € und 90 € für die Betreuung ihres Kindes unter zwei Jahren abhängig von Zahl der Betreuungsstunden. Duisburg belegt hier – ebenso wie in den höheren Einkommensgruppen – den Spitzenplatz. Ganz schön happig! Ein erheblicher Teil des Erwerbseinkommens geht dann für die Kinderbetreuung wieder drauf, denn zum Elternbeitrag kommt noch Verpflegungsgeld und sonstiges dazu. So hält man Frauen durch kommunale Gebührengestaltung an Heim und Herd.

Auch bei den Kindern über drei Jahren zahlen Duisburger Eltern am meisten. Insgesamt liegen die Gebühren der Städte hier näher beieinander, aber Mülheim und Krefeld sind zum Beispiel in der Einkommensgruppe bis 25.000 € deutlich günstiger und wie gesagt,  Düsseldorf ist bis 24.542 € gebührenfrei (Mülheim: 18 €/25Std., 20 €/35Std und 35 €/45Std; Krefeld 23 €/25Std, 26 €/35Std. und 42 €/45Std). Ausbau und Förderung der institutionellen Kinderbetreuung hängen so von den Finanzen der Kommunen und Eltern ab. Solange die Gebühren nicht einheitlich geregelt werden, am besten gehören sie abgeschafft, werden Familien in strukturschwachen Regionen zusätzlich benachteiligt.