Fast 10.000 Menschen haben sich mit ihrer Unterschrift für einen Duisburg-Pass mit einem Sozialticket für den Personennahverkehr eingesetzt. Deshalb hat sich der Stadtrat erneut mit dem DU-Pass auseinandergesetzt. Dies ist ein Erfolg des öffentlichen Drucks. Während DIE LINKE und die SPD den DU-Pass forderten, boten die Redebeiträge aus Kreisen der CDU und der Grünen ein jämmerliches Bild sozialer Kälte und sozialer Verantwortungslosigkeit. Da feiern die Grünen die Erstellung eines Sozialberichts der Stadt als ihren Erfolg, Konsequenzen aus der darin dokumentierten zunehmenden Armut wollen sie jedoch nicht ziehen. Es reicht den Grünen offensichtlich, die Zustände zu beschreiben – für Veränderungen sind sie nicht zuständig. Doch damit nicht genug. Der CDU-Ratsherr Wörmann verstieg sich zu der Behauptung: Wissenschaftler hätten festgestellt, die Armut sei gesunken. Als daraufhin ein betroffener Arbeitsloser von der Besuchertribüne den Zwischenruf machte: „Wissenschaftler hätten auch behauptet, ein Hartz IV-Opfer könne auch von 132 Euro im Monat leben“ wurde er vom Ordnungsdienst aufgefordert, den Ratssaal zu verlassen. Erneut müssen sich Hartz IV-Betroffene von angeblichen „Sozialpolitikern“ wie Wörmann verhöhnen lassen. Die CDU und die Grünen scheinen den Sozialbericht weder gelesen noch verstanden zu haben, sonst hätten sie sich für die Einführung eines DU-Passes einsetzen müssen. Auf Antrag der Fraktion DIE LINKE konnte Ingrid Jost als Vertreterin der Initiative eindrucksvoll die Notwendigkeit des DU-Passes mit Sozialticket begründen. Doch alle Argumente zählten am Ende nicht, die Koalition der sozialen Kälte lehnte den DU-Pass erneut ab.