
Vor 15 Jahren standen in einer Hochhaussiedlung in Rostock-Lichtenhagen Wohnungen in Flammen - BewohnerInnen mit überwiegend vietnamesischem Migrationshintergrund rannten auf den Hausfluren um ihr Leben. Verfolgt wurden sie von rechten Schlägertrupps unter den Augen und dem Beifall "ganz normaler" BürgerInnen.
Diesen Pogromen folgte wenig später, am 23. Mai '93, die Änderung von Art.16 Grundgesetz. Das Recht auf Asyl wurde dadurch massiv eingeschränkt. Am 26. Mai 1993 starben fünf türkische Mädchen und junge Frauen bei einem Brandanschlag auf ein Wohnhaus in Solingen.
"Angesichts dieses traurigen Jubiläums und der immer noch rassistisch geführten Diskussion über Asylsuchende und der Abschottungspolitik der EU, möchten wir uns als Basisgruppe intensiver mit dem Thema auseinandersetzen", erklärt Azad Tarhan, Student und Sprecher von Linksjugend [`solid] Duisburg. "Wir werden uns anhand von Texten, Filmen und Abendveranstaltungen mit Asyl- und Flüchtlingspolitik in der EU und Deutschland befassen. Wir wollen aber auch auf der großen, bundesweiten Demo ,Für ein globales Recht auf Migration' in Berlin im Juli präsent sein."
Aber es geht der Linksjugend auch darum, mehr über die konkrete Situation von Flüchtlingen in NRW und Duisburg zu erfahren. "Denn in NRW gibt es auch immer wieder Fälle von jungen Menschen, die in ein Land abgeschoben werden, das ihnen völlig fremd ist. Sie sind als Kinder nach Deutschland gekommen, sprechen nur Deutsch, haben hier ihre Freunde, ihre Zukunft und ihren Lebensmittelpunkt", beklagt Aylin Demir, Schülerin und Sprecherin der Duisburger Linksjugend. "Wir wollen uns mit den von Abschiebung bedrohten Familien solidarisch zeigen und schauen, wie wir sie am besten hier vor Ort mit Aktionen und Bündnispartnern unterstützen können."