Nachdem die "Initiative DU-Pass jetzt!" am 15.02.2008 den Auftakt zu einer Unterschriftenkampagne für einen Sozialpaß mit Sozialticket gemacht hat, haben sich bis Anfang April bereits mehr als 2.500 DuisburgerInnen in die Unterschriftenlisten eingetragen. Mit dieser Aktion soll ein Einwohnerantrag im Rat eingebracht werden, damit dieser sich erneut mit der Einführung eines Sozialpasses mit Sozialticket befasst. Damit soll den in Duisburg unterhalb der Armutsgrenze (OECD-Richtlinie:

938 €) lebenden Menschen die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben gewährleistet werden. Im Regelsatz von Hartz IV-Beziehern in Höhe von 347 € monatlich sind nämlich lediglich ein Betrag von täglich 21 Cent für den Besuch von Kultur- und Freizeitveranstaltungen und täglich 47 Cent für die Benutzung von Bus und Bahn enthalten. Hartz IV-Bezieher sind also kaum in der Lage, sich den Besuch einer Kulturveranstaltung zu leisten, da diese in der Regel unter 5 € nicht zu haben ist.

Wer im Duisburger Norden wohnt und die Innenstadt besuchen will, kann die Fahrtkosten nicht aufbringen. Die damit einhergehende Ausgrenzung ist ein politischer Skandal. In zahlreichen anderen Großstädten wie Köln, Frankfurt, Dortmund etc. existieren bereits Sozialpässe mit Sozialtickets, doch die Duisburger Kooperation aus CDU und Grünen ist bisher nicht gewillt, einen sozialen Kurswechsel vorzunehmen. Sie verhindert bisher sämtliche Initiativen der Fraktion DIE LINKE, die auf Verbesserung der Lebensverhältnisse der von Armut betroffenen Menschen gerichtet sind. Es wird deshalb in den nächsten Wochen erforderlich sein, außerhalb des Rates den Druck für einen sozialen Kurswechsel erheblich zu verstärken, um Hartz IV auch kommunalpolitisch zu bekämpfen.

Die Listen liegen u. a. im Büro der LINKEN, Mülheimer Str. 57, aus.