Von Dietrich Kunze
Mit dem geplanten Steinkohlekraftwerk für Bayer in Krefeld-Uerdingen würden weite Bereiche Duisburgs durch zusätzliche, gesundheitsschädliche Schadstoff-Frachten belastet. Umweltschützer kritisieren außerdem, dass der Ausbau von fossiler Energiegewinnung den laufenden Klimawandel fördert. Neben Schadstoffen würden jahrzehntelang riesige Mengen des klimaschädlichen CO freigesetzt. Besonders zu leiden unter den Schadstoffen hätten die linksrheinischen Stadtteile. Duisburg ist schon trauriger Spitzenreiter bei Lungenkrebs!
Die Firma Trianel ist auf eine Gewinnmaximierung bedacht. Umwelt- und Gesundheitsschutz spielt eine untergeordnete Rolle. Schon zynisch die Trianel-Argumentation: "Weil an einem Industriestandort sowieso schon eine hohe Schadstoffbelastung besteht, macht die zusätzliche Fracht des Steinkohlekraftwerkes nichts mehr aus". Jährlich würden bei Normalbetrieb trotz Filteranlagen folgende Mengen entweichen:
500 kg Cadmium
500 kg Thallium
600 kg Quecksilber
1.000 kg Arsen
2.000 kg Nickel
6.000 kg Blei
4.000 kg Schwefeloxide
4.000 t Stickoxide
400 t Staub
Dazu kommen noch ca. 4,4 Mio. t Kohlendioxid pro Jahr. Der Kühlwasserbedarf soll durch Rheinwasser gedeckt werden (25.000 Liter pro Sekunde oder 90.000 m je Stunde). Das genutzte Kühlwasser wird mit einer Temperatur von ca. 35 °C zurückgeführt. Die Auswirkungen werden mit Sicherheit Folgen haben für Wasserqualität und Leben im Wasser. Bei einer vergleichbaren Erzeugung elektrischer Energie geben Steinkohlekraftwerke außerdem mehr radioaktive Stoffe an die Umwelt ab, als Kernkraftwerke bei störungsfreiem Betrieb.
Auch Steinkohlekraftwerke strahlen
Gemäß Strahlenschutzkommission handelt es sich bei den über den Kamin emittierten Stoffen aus Kohlekraftwerken vor allem um radioaktive Isotope der Elemente Uran, Thorium, Radium, Blei und Polonium. Diese sind in der geologisch älteren Steinkohle in der Regel noch konzentrierter als in der jüngeren Braunkohle. Bei diesen Stoffen handelt es sich um Alpha-Strahler, die um das 20fache wirksamer und damit gefährlicher sind als Beta- oder Gamma-Strahlung. Sie können nach Aufnahme durch den Menschen Krebserkrankungen auslösen. Zu befürchten ist, dass "Ersatzbrennstoffe" wie Autoreifen, Tiermehl ebenfalls in einem Umfang von ca. 30 % mit verbrannt werden. Große Materiallager auf dem Gelände sind notwendig:
2,5 Millionen Liter Heizöl EL
280.000 t Kohle
~ 4.000 t Gips
~ 4.800 t Flugasche
~ 720 t Kalksteinmehl
Da nicht alles eingehaust werden kann, drohen durch Abwehungen weitere Umweltbelastungen.
Widerstand unterstützen
Drei Bürgerinitiativen (u. a. "Saubere Luft" e. V.) in Duisburg-Rheinhausen und Krefeld organisieren Widerstand. Auch DIE LINKE ist dagegen und unterstützt sie. Ziel ist es, Bayerwerke, Genehmigungsbehörde und Politik zu umwelt- und menschenfreundlichen Alternativen für die Strom- und Dampferzeugung zu zwingen. Richtig wäre der Bau eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks, das auch einen viel höheren Wirkungsgrad hätte. Es wird als notwendig angesehen, ein modernes Kraftwerk zu errichten, um die alten Kessel abschalten zu können und die Chemiewerke zu sichern. Dies kann man mit einem Kraftwerk erreichen, das vor Ort die benötigte Energie und den Prozessdampf erzeugt.
Ende März wurde von Trianel erneut ein Antrag bei der Bezirksregierung für den Bau des Steinkohlekraftwerks in Krefeld-Uerdingen eingereicht. Sobald die Genehmigungsunterlagen in Krefeld öffentlich ausliegen, sind Einwendungen aus der Bürgerschaft möglich. Die drei BIs und der BUND werden die Haupteinwendungen einreichen. Sollte trotz der Einsprüche eine Genehmigung erfolgen, wird der BUND klagen. Die Mittel für die Klage sind von den BIs bereit zu stellen. Die brauchen Spenden in Höhe von 30.000 bis 50.000 Euro.
Spendenkonto
BI Saubere Luft e.V., Kto. 200 085 637, BLZ 350 500 00, Sparkasse Duisburg (gegen Spendenquittung)
Prozesskostenkonto
BI Saubere Luft e.V., Kto. 200 107 803, BLZ 350 500 00, Sparkasse Duisburg (nicht verbrauchte Gelder werden anteilig zurück gezahlt)