49 % des Städt. Klinikums sind letztes Jahr an die Klinikkette Sana verkauft worden. Wenig später wurden massive Unregelmäßigkeiten des heftig umstrittenen Geschäftsführers Reinhard Isenberg (SPD) aufgedeckt. Er hatte sich v. a. seine Bezüge "aufgebessert" und wurde gefeuert. In der Folge lief ein merkwürdiges Personalkarussell ab. Auch die strafrechtliche Aufklärung zieht sich hin. Allein die Linksfraktion im Rat fordert rückhaltlose Aufklärung. Erfolgt diese nicht, ist das Thema reif für den Kommunalwahlkampf.

Angeblich hat sich nie ein leitender Angestellter des Klinikums dem städtischen Gesellschafter oder dem Aufsichtsrat anvertraut. Dem Aufsichtsrat - in ihm sitzen auch Ratsmitglieder von SPD und CDU - fiel auch nie etwas auf. Allein die Überzahlungen machen einen sechsstelligen Betrag aus. Auch das Amt für Beteiligungen - es untersteht dem Stadtkämmerer Dr. Langner (SPD) - hatte angeblich nie die Differenz zwischen den vertraglich festgelegten Bezügen und den überhöhten Zahlungen bemerkt. Das Gerichtsverfahren gegen Isenberg ist noch nicht eröffnet. Es ist nicht bekannt, gegen welche Personen noch ermittelt wird.

Geholfen wurde indes laut Pressemeldungen einer leitenden Angestellten der Klinik-Buchhaltung, die Isenberg die überhöhten Bezüge folgsam anwies. Unlängst wurde sie nun bei den städtischen Wirtschaftsbetrieben eingestellt und von dort ab April für zwei Jahre an den Organisationsbereich des Stadtkämmerers Dr. Langner ausgeliehen. Dort nimmt sie praktisch die Stelle einer Sachgebietsleiterin in der Hauptbuchhaltung NKF ein. Offiziell ist die Stelle noch anderweitig besetzt. Es ist nicht bekannt, dass die Stelle bereits ausgeschrieben wurde. Bei der Stadt gilt nach wie vor Einstellungsstopp wegen der prekären Haushaltslage.

Insidern ist aufgefallen, dass Dr. Langner ein sehr starkes Interesse an der Frau X hatte und offenbar aus diesem Grund bereit war, dem Betriebsrat erhebliche Zugeständnisse in anderen, bereits längere Zeit umstrittenen Personalfragen zu machen. Es ging angeblich um über 30 Beförderungen bzw. Gehaltserhöhungen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Ist die ehemalige Klinikbeschäftigte fachlich so gut, dass sie das besondere Interesse Dr. Langners gefunden hat, egal, in welches Zwielicht sie in der Isenberg-Affäre geraten ist? Soll - so eine Vermutung - Schweigen erkauft werden. Welches Interesse hat Langner wirklich? Er ist nicht nur Chef des Beteiligungsamtes, sondern auch der zuständige Dezernent für das Klinikum.

Der OB hat sich zu dem Thema bisher nicht geäußert. Die Personalentscheidung steht im Kontrast zu der Tatsache, dass auf der Februar-Ratssitzung die vorgesehene Bestellung einer weiteren leitenden Mitarbeiterin des Klinikums zur Geschäftsführerin seitens der Stadt (diese hält weiterhin 51 %) abgesetzt wurde. Die Stelle soll nun überraschend ausgeschrieben werden, obwohl die Mitarbeiterin als unbelastet gilt und der Aufsichtsrat des Klinikums sie einstimmig befürwortet hatte. Es fragt sich hier übrigens auch noch, welchen Wert Personalabsprachen zwischen Dr. Langner als OB-Vertreter und den Aufsichtsratsmitgliedern (der Arbeitnehmerseite, von Sana und der vom Rat entsandten) haben, wenn danach wieder alles umgekegelt wird ... Für die CDU-Fraktion ist alles klar: Die Bestellung von Frau Y sei riskant, weil das Strafverfahren noch nicht abgeschlossen sei. Merkwürdig! Und wie dick ist das Eis in Sachen Frau X?