LiDL ist billig: Diesen Slogan kennt man aus der Werbung. Vor einigen Jahren hat die Gewerkschaft ver.di ein Schwarzbuch herausgegeben, in denen Beispiele aufgelistet wurden, wie LiDL-Mitarbeiter schikaniert wurden. Ein Klima der Angst, dem insbesondere Frauen ausgesetzt sind, ist also bei LiDL durchaus üblich. LiDL bespitzelt seine Mitarbeiter und seine Kunden, indem die Eingabe der PIN-Nummern von Kameras gefilmt wurde. Doch LiDL ist kein Einzelfall. Mitarbeiter des Kölner Schauspielhauses haben im Ankleidebereich eine als Rauchmelder getarnte Kamera entdeckt. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di wollte die Leitung der städtischen Bühnen auf diese Weise ihre Mitarbeiter überwachen. "Diese illegale Maßnahme ist ein Verstoß gegen bestehendes Recht und stellt einen eklatanten Vertrauensbruch der Verwaltung zu den Beschäftigten dar", sagte Gewerkschaftssekretär Martin Nees. "LiDL ist überall." Erschreckend ist das Menschenbild, das hinter der Überwachung der Beschäftigten steckt. Es ist auch kein Zufall, dass es bei LiDL so gut wie keine Betriebsräte gibt. Trotz Betriebsverfassungsgesetz. Nun tritt die Geschäftsführung die Flucht nach vorne an und schreibt: "LiDL hat beschlossen, bis auf weiteres auf den Einsatz von Videokameras in seinen Filialen zu verzichten. In allen Filialen in Deutschland bauen wir deshalb unsere Kameraanlagen ab." ... Diese Aussagen sind wenig glaubwürdig, solange demokratisch gewählte Betriebsräte bei LiDL die Ausnahme bleiben.

Thomas Keuer