Der Chemieunfall am 9. April bei der Fa. Grillo in Hamborn, bei dem Schwefeldioxid und schweflige Säure ausgetreten sind, ist noch einmal glimpflich verlaufen. Es gab Verletzte unter den Beschäftigten und mehr noch bei den Anwohnern. Nachbarwohnungen mussten evakuiert werden. Dank gebührt vor allem der Feuerwehr für ihr beherztes Eingreifen. Das Ereignis wirft etliche Fragen auf. DIE LINKE will sie im Interesse des wirksamen Katastrophenschutzes geklärt haben. Grillo unterliegt als Chemiebetrieb der Störfallverordnung. Danach müssen besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Es muss ein Alarm- und Gefahrenabwehrplan vorliegen, der mit den Behörden abzustimmen ist. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf zu erfahren, was genau passiert ist. Wäre der Austritt der Giftstoffe vermeidbar gewesen? Es gibt Hinweise, dass nicht alles funktioniert hat beim Alarmplan und der Warnung der Bevölkerung. Hier sind Feuerwehr, Polizei sowie Umwelt- und Arbeitsschutzbehörden am Zuge. Gibt es Entschädigungen bzw. Schmerzensgeld? Werden wieder Sirenen installiert, um besser warnen zu können usw. Unsere Ratsfraktion hat eine umfangreiche Anfrage für die Ratssitzung am 28.4. gestellt. Wir haben außerdem den Vorschlag der Bürgerinitiative gegen Umweltgifte aufgegriffen und eine öffentliche Veranstaltung der Stadt beantragt, auf der umfassend berichtet wird und die offenen Fragen beantwortet werden.

Hermann Dierkes