Im Oktober 2007 feierte das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) den 20. Geburtstag. Angefangen hatte es mit einem Germanistik-Seminar Mitte der 80er Jahre, das sich die Aufgabe gestellt hatte, Texte aus der "braunen Zeit", aber auch aktuelle Schriften aus dem rechtsextremen Spektrum zu analysieren.
Der Leiter des DISS, Prof. Dr. Siegfried Jäger, betonte in seinem einleitenden Vortrag, dass das DISS ein autonomes Institut ist. Es ist frei - frei auch von öffentlicher Förderung. Ein zunächst wahnwitzig erscheinendes Unterfangen, das 1987 auf einen Notstand reagierte. Hatten sich doch viele Universitäten von ihrem Anspruch auf akademische Freiheit, einer unbedingten Freiheit wissenschaftlicher Arbeit mehr oder weniger verabschiedet. Das DISS entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem Institut kritischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Geistes- und Sozialwissenschaften. Ein herber Verlust für die Arbeit des DISS war der plötzliche Tod von Alfred Schobert im November 2006.
Die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem DISS würdigten Prof. Dr. Michael Brocke (Salomon Ludwig Steinheim Institut für deutsch-jüdische Geschichte), Prof. Dr. Franz Januschek (Universität Oldenburg), Prof. Dr. Clemens Knobloch (Universität Siegen), Prof. Dr. Jürgen Link (Universität Dortmund) und Heike Wulfert (Wissenschaftsforum Ruhr).
Es gibt eine beeindruckende Anzahl von Publikationen des DISS. Die Themen reichen von "Kritische Diskursanalyse" über "Religion, Macht und Politik", "Nationalismus", "Analysen rechter Ideologie", "Migration", "(Neo-)Rassismus", "Berliner Republik", "Ursprünge des Rassismus", "Völkischer Nationalismus", "Moderne Männlichkeit", bis zu "Arbeitslosigkeit", "Medien und Krieg", "Biomacht und Biopolitik", "Neokonservatismus und extreme Rechte". Ein Gesamtverzeichnis der Edition DISS liegt im Büro der Ratsfraktion DIE LINKE aus und kann eingesehen werden.