Weit über 400 Menschen empfingen am 19.2.08 am Bahnsteig 2 des Hauptbahnhofes den Zug der Erinnerung. Gezogen von einer Dampflok befand sich in mehreren Waggons eine mobile Ausstellung mit Fakten, Fotos und Erinnerungsstücken über die Deportation und Vernichtung von rd. 1 Million Kinder und Jugendlicher während der Naziherrschaft.

Auch aus Duisburg wurden seinerzeit etwa 130 jüdische Kinder in die Vernichtungslager deportiert. DGB-Vorsitzender Rainer Bischoff und Bürgermeisterin Janicki sprachen zu den Versammelten. Mit seinem hervorragenden und mit erschütternden Zitaten versehenen Beitrag verdeutlichte der Duisburger Historiker Ludger Heid das Grauen der Vernichtung und die traurige Tatsache, dass der Hauptverantwortliche der damaligen Reichsbahntransporte, Ganzenmüller, sich der Strafverfolgung entziehen konnte und in hohem Alter von 92 Jahren in den 90er Jahren in München verstarb.

Die DBAG unterstützt übrigens die Zugfahrt - die durch ganz Europa auf den damaligen Todesstrecken verläuft - nur äußerst widerstrebend. Sie fordert von den Initiatoren 70.000 Euro für ihre logistischen Dienstleistungen, was von den Versammelten mit Empörung quittiert wurde. Die Rede von Ludger Heid kann auf der Internetseite der Ratsfraktion eingesehen werden. Die Papierversion gibt es auf Anfrage in der Geschäftsstelle der Ratsfraktion.