Ein von ThyssenKrupp (TKS) geplanter Umweltwall auf der Fläche der stillgelegten Uraltkokerei in Bruckhausen soll nicht mehr kommen. Das Vorhaben war trickreich: Die gefährlichen Bodenverunreinigungen aus fast 40 Jahren Kokereibetrieb sollten unter dem Schutt der alten Giftschleuder verschwinden. Die Spekulation: TKS als Verursacher wäre irgendwann nicht mehr haftbar zu machen. Nur das Umweltamt der Stadt spielte nicht mit, wollte vorher Bodenproben. Das aber wollte TKS partout nicht zulassen, also lag das ganze Vorhaben erst einmal still. Die schon begonnene Aufschüttung wurde abgebrochen. Mit dem Projekt "Grüngürtel Nord" suchte man sich neue Wege. TKS und Stadt wurden sich letztes Jahr einig, die weitgehend leer stehenden Häuserzeilen gegenüber der Kokerei abzureißen, um Abstandsfläche zu schaffen. Zwei parallele Wälle - einen im Werk längs des alten Kokereigeländes, den anderen auf der Straßenseite gegenüber - sollten Staub und Lärm zurückhalten. Umweltgutachten wiesen allerdings nach, dass der Nutzen gering sein würde, v. a. weil die entscheidenden Emissionsquellen - Stahlwerk und Hochöfen - höher liegen, als die vorgesehenen Wälle. Nun will TKS auf den geplanten "Kokereiwall" verzichten. Dafür soll der Wall im Häuserabrissgelände deutlich höher werden. Das aber dürfte noch mehr Häuser kosten, denn je höher ein Wall, desto breiter muss er sein. Die Bezirksregierung scheint schon zugestimmt zu haben: Aus dem neuen Luftreinhalteplan ist der Kokereiwall schon verschwunden. Wird auch auf Untersuchung und Dokumentation der Altlasten verzichtet?