Wer mit dem Fahrrad Duisburgs Innenstadt durchqueren will, denkt eher an ein Überlebenstraining, als an eine angenehme Freizeitbeschäftigung. Im Mercator-Kreisverkehr gleicht eine RadfahrerIn mehr einem Kaninchen auf der Flucht, als einer gleichberechtigten VerkehrsteilnehmerIn. Wer die Düsseldorfer Straße von der Innenstadt Richtung Süden befahren will, findet alles andere, aber keinen Radweg. Ebenso schweben SchülerInnen aus Duissern bzw. Neudorf in akuter Lebensgefahr, wenn sie über die Friedrich-Wilhelm-Straße die weiterführenden Schulen in der Innenstadt erreichen wollen. Auch ist im unteren Stadtbereich z. B. auf der Steinschen Gasse ein Radweg nahezu ein Fremdwort. Für den PKW-Verkehr gilt in der gesamten Innenstadt das Motto "Freie Fahrt für freie Bürger", aber für das erheblich umweltfreundlichere Fahrrad hat die Duisburger Stadtplanung seit Jahrzehnten weder Geld noch das erforderliche Umweltbewusstsein.

Man muss nicht erst nach Holland fahren, um sich als RadfahrerIn wie in einer anderen Welt vorzukommen. Bereits im nahen Münster scheint eine andere Zeitrechnung angebrochen zu sein, denn dort sind für RadfahrerInnen Hauptstraßen ohne Radwege undenkbar. Und die Weltstadt Paris wird z. Zt. zur Fahrrad-Stadt. 20.000 Fahrräder an 1.500 Leihstationen zu einem für deutsche Verhältnisse kaum vorstellbaren Preis von 1 € pro Tag und ein Jahresabo für 29 € (!). Es bleibt zu hoffen, dass auch in Duisburg langsam solche Signale wahrgenommen werden, bevor Duisburgs Innenstadt demnächst wegen Gefährdung des PKW-Verkehrs für Fahrräder gesperrt wird. JA