Kolportagepresse

Letztes Jahr musste sich die Ratsfraktion der LINKEN gegen wiederholte unsachliche und verleumderische Angriffe der NRZ wehren. Es wurde unterstellt, die Teilnahme an einer Dienstreise in die Partnerstadt Wuhan sei Zückerchen für Wohlverhalten bei Abstimmungen. Dieses Mal schlug die WAZ zu. Sie kolportierte tagelang, die Reise von Rats- und Verwaltungsmitgliedern zur 25-Jahr-Feier der Städtepartnerschaft sei eine Lustreise mit viel Bier, Disziplinlosigkeiten und sonstigen Ungehörigkeiten gewesen. Nun ist es keineswegs so, dass derartige Entgleisungen in der Politik unbekannt seien. Aber wer so etwas behauptet, muss auch den Beweis antreten können. Erkan Kocalar, Ratsmitglied der LINKEN, der an der Wuhan-Reise teilnahm: "Hier sind absolute Randerscheinungen zur großen Affäre aufgebauscht worden. Städtepartnerschaften in einer globalisierten Welt sind zu wichtig, um sie mit Klatsch und Tratsch ins Zwielicht zu rücken." Der Ältestenrat befasste sich ausführlich mit den Vorwürfen. Ergebnis: "Substanzlos". Dennoch wird - u. a. auf Initiative der Linksfraktion - die Reisetätigkeit künftig besser vor- und nachbereitet. DIE LINKE appelliert insbesondere an die Fraktionen, bei der Auswahl der von ihnen vorgeschlagenen ReiseteilnehmerInnen nach Sachkompetenz zu entscheiden. Die SPD-Fraktion lost z. B. ihre Teilnehmer aus, was genau den Eindruck von Vergnügungsreisen fördert. HD