Schlechteste Alternative ist Favorit

EDEKA und Parkplätze statt buntem Markttreiben und Parkanlage

Der Vertreter des Immobilien Management Duisburg (IMD) gab ein beredtes Zeugnis bürgerlichen Selbstverständnisses. "Uns gehört das Rathaus", so der alerte Mann von der anderen Rheinseite. Da die eigentlichen Besitzer des Baus am Bismarckplatz, die BürgerInnen, gar nicht eingeladen waren, musste DIE LINKE einspringen. Genützt hat es nicht viel. Die bürgerlichen Parteien werden das Homberger Rathaus wohl abreißen, den städtischen Besitz verkaufen und womöglich eine Einkaufspassage errichten, die in Rheinhausen gerade gescheitert ist. Die schlechteste Alternative ist für Hombergs Parteien der Favorit.

Welchen Sinn ein Moderationsverfahren hat, das die Öffentlichkeit ausschließt, das als Planungsbüro eine Firma beauftragt, die auf die Entwicklung von Supermärkten spezialisiert ist, das spielte an diesem Abend keine Rolle - man hätte auch zu Hause bleiben können. Zu Hause bleiben werden wohl auch die potenziellen KundInnen der neuen "Homberger Mitte", denn es muss wohl ein Supermarkt sein, der das Heil über die Pass-, die Moerser und die Augustastraße bringen soll - aber hochwertig. "Ich werde weiter in Moers meine Textilien kaufen", so ein Teilnehmer des Treffens.

Die Ideen in den Köpfen der anwesenden Interessengruppen nahmen absurde Züge an, es sieht wirklich so aus, als würde man einen Neubau an das Ende des Bismarckplatzes setzen wollen, um so wörtlich "den Platz besser nutzen zu können" - wozu auch immer. So irreal wie der Verkauf städtischen Eigentums, so langweilig und engstirnig die Moderation. Als wir die Frage stellten, warum man nicht die Stadtbücherei in die leer stehenden Räume einziehen lassen solle, gingen die Anwesenden lieber zur Frage über, wie viel hundert Parkplätze wohl benötigt werden, was sie kosten, ob sie über- oder unterirdisch gebaut werden. Ähnlich unangenehm war die Frage nach Beteiligung der Öffentlichkeit, "sie können mir ja schreiben", so das Planungsbüro, das im Vorfeld lediglich ausgewählte Neoliberale um Auskunft über unseren Stadtteil bat. Wenn die nächsten Leerstände das nächste Moderationsverfahren auf den Plan ruft, dann will wieder keiner etwas falsch gemacht haben.

 

Die Vorstellungen der LINKEN in Homberg/ Ruhrort/ Baerl

Kernpunkt unserer Überlegungen ist der Erhalt des Rathauses. Um das Zentrum Hombergs zu beleben, bedarf es vieler Menschen, die den Platz besuchen. Der hübsche Bismarckplatz soll als parkähnliche Anlage gestaltet werden, er ist das Markenzeichen von Homberg als "Stadt im Grünen". Ein tägliches Frischeangebot aus der Region unter den Arkaden deckt den Lebensmittelbedarf und sorgt für viele Menschen im Gebiet der Moerser Straße. Da das Rathaus weiter Verwaltungszentrum bleibt, müssen alle BürgerInnen unseres Bezirkes regelmäßig dort vorbeikommen. Ihnen und den Angestellten im Rathaus bieten Cafés und Restaurants Abwechslung und einen entspannenden Blick auf den Brunnen. Nachmittags haben sich Initiativen, die VHS oder die Stadtbücherei in den leer stehenden Räumen des zu großen Rathauses angesiedelt, wissbegierige, neugierige Menschen bevölkern den aufblühenden Bereich an der Augustastraße. Das Leben besteht nicht nur aus Supermärkten.