100 Tage DIE LINKE

DIE LINKE wächst zusammen. Die ersten 100 Tage zeigen, das Projekt ist ein Erfolg. Zwölf Landesverbände haben sich bereits konstituiert und 350 Kreisverbände. Die ausstehenden vier Gründungsparteitage in den Ländern Nordrhein-Westfalen, Bremen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz finden noch im Oktober statt. DIE LINKE ist attraktiv, der Zustrom von Neumitgliedern hält unvermindert an. 3632 Leute haben sich seit dem Gründungsparteitag für DIE LINKE entschieden. Das ist mehr, als die PDS in ihrem besten Jahr (2005) erreichen konnte und entspricht fast der Hälfte der einstigen WASG-Mitgliedschaft. Wir haben jetzt auch Klarheit über die Mitgliederzahl der Linkspartei.PDS und der WASG zum 31.12.2006 auf der Grundlage der jetzt vorliegenden Rechenschaftsberichte. Danach hatte die Linkspartei.PDS zu dem genannten Zeitpunkt 60.338 Mitglieder, die WASG 8944. Damit gibt es eine offizielle Ausgangszahl für DIE LINKE 69.282. Nur sechs Wochen nach der Parteineugründung hatte DIE LINKE bereits 70.943 Mitglieder (Stichtag: 31. Juli 2007). In drei Landesverbänden (Hessen, Niedersachsen und Hamburg) werden Landtagswahlen vorbereitet, in zwei Landesverbänden (Bayern und Schleswig-Holstein) Kommunalwahlen. Unser Ziel ist es, dass DIE LINKE im kommenden Jahr in weitere Parlamente einzieht. LINKS wirkt, das zeigt sich auch bei den Grünen, die derzeit einen schmerzhaften Annäherungsprozess der Führung an die Basis vollziehen. Der Sonderparteitag zu Afghanistan wäre undenkbar gewesen, wenn DIE LINKE ihnen nicht als ihr schlechtes friedenspolitisches Gewissen im Nacken sitzen würde. Ich erwarte die Abstimmung im Bundestag zu diesem Thema mit Spannung, hat doch auch eine Probeabstimmung bei der SPD über die Verlängerung des Afghanistan-Mandats ein Drittel Gegenstimmen offenbart.

Dietmar Bartsch, Bundesgeschäftsführer

 

Auszug aus der Rede beim Gründungsparteitag DIE LINKE in Berlin

Als ehemaliger Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands stehe ich heute vor euch und sage: DIE LINKE steht in der Tradition der deutschen Arbeiterbewegung! Sie steht in der Tradition derer, die unter den Sozialistengesetzen Bismarcks verfolgt waren und sie steht in der Tadition derer, die in den Konzentrationslagern Hitlers umgekommen sind, und sie fühlt sich dem Erbe derer verpflichtet, die als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in der DDR eingesperrt waren wie den Kommunistinnen und Kommunisten, die in der Bundesrepublik Deutschlands eingesperrt und verfolgt wurden. Beides gehört zusammen und beides muss gesagt werden.

Drei Leitfiguren der Arbeiterbewegung möchte ich uns heute in Erinnerung rufen. Da ist zunächst Rosa Luxemburg, die große Sozialistin. Ihr Erbe heißt: "Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden".

Da ist Karl Liebknecht, der wirklich mit seinem Leben gezeigt hat, dass nichts schwerer ist, als dem Geist der Zeit zu widerstehen, der das chinesische Sprichwort bestätigt hat: "Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom". Karl Liebknecht war ein Mann, der Widerstand geleistet hat. Er hat das Erbe der Arbeiterbewegung, gegen Krieg zu sein, begründet, als er gegen die Kriegskredite im Deutschen Reichstag gestimmt hat.

Und in diesem Sinne fühlen wir uns auch einem Mann verbunden, der für mich Anlass war, in die Politik zu gehen, dem Friedensnobelpreisträger Willy Brandt und seinem Satz: "Von deutschem Boden darf niemals wieder Krieg ausgehen!"