Was Millionen abhängig Beschäftigte seit Jahren erleben und erleiden, haben wir jetzt schwarz auf weiss. Nach einer schon länger vorliegenden, aber jetzt erst bekannt gewordenen Erhebung des Bundesarbeitsministeriums steht fest: Die realen Nettoentgelte lagen nach Abzug von Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen und unter Berücksichtigung der Preisrate bereits 2006 bei durchschnittlich 15.845 Euro pro Jahr. Damit sind abhängig Beschäftigte in etwa wieder auf den Stand von 1986 zurück gefallen. 1992 hatten wir noch durchschnittlich 17.251 Euro jährlich. Die Nettoeinkommen sanken vor allem in den letzten 10 Jahren so stark, weil sie von allen Seiten gedrückt werden: Abbau von Weihnachts- und Urlaubsgeld, außertariflichen Zulagen, niedrige Tarifabschlüsse, eine Flut von "Minijobs", Ausweitung von besonders ausbeuterischer Leiharbeit, mit und ohne Tarifvertrag. Des Weiteren haben wir die Auswirkungen von Hartz IV und verschärften Zumutbarkeitsregeln, jede Arbeit anzunehmen; hinzu kommt die Mehrwertsteuererhöhung um 3 % usw. Die Gesamtabzüge vom Bruttoentgelt lagen laut Statistik des Arbeitsministeriums 2006 bei 9.291 im Schnitt, 1986 waren es nur 5.607 Euro. Zwar stieg das Bruttoentgelt seit 1986 um rd. 48 % an, aber allein durch die Inflation blieb herzlich wenig. So legten die Bruttoentgelte in den letzten 5 Jahren um durchschnittlich 4,1 % zu, die Preise stiegen allerdings um 7,1 %. Im starken Kontrast dazu sind die Unternehmergewinne geradezu explodiert. Allein in den letzten 6 Jahren um 42 %! Wir meinen: Höchste Zeit für einen gesetzlichen Mindestlohn, nicht unter 8 Euro pro Stunde als Einstieg. Höchste Zeit für eine neue und gemeinsame gewerkschaftliche Lohnoffensive. HD