SPD "Pflug"blätter und ihre Wirkungen

Duisburg war einmal die Stadt der Sozialdemokratie. Glaubwürdige Personen wie Willy Brandt verkörperten soziale Gerechtigkeit und eine Friedenspolitik mit der Forderung: "Niemals darf von deutschem Boden mehr Krieg ausgehen". Eine Politik, die nach und nach aufgegeben wurde. Die Jugend fühlte sich von der Nachrüstungspolitik und der vernachlässigten Umweltpolitik nicht mehr angesprochen. Es entstanden die Grünen. "Nicht schlimm", sagten die führenden Sozialdemokraten, "die werden schnell wieder verschwinden. Wir machen weiter so wie bisher. Wir können uns auf die Arbeiter und die Gewerkschaften verlassen."

Aber dann kam Schröders Agenda 2010. Jetzt sollten die Stammwähler bluten. ArbeitnehmerInnen fallen in Hartz IV. Rente mit 67 und Mehrwertsteuer um 3 % rauf. Alles Forderungen, die die Stammwähler von der CDU erwartet hätten. Mehr als 200.000 Mitglieder verlassen die SPD. Dann kommt die Partei DIE LINKE. "Nicht schlimm.", sagen die führenden Sozialdemokraten, "Wir machen weiter wie bisher. Wir verlieren zwar eine Wahl nach der anderen, aber unsere Politik ist richtig."

Schröder macht sich vom Acker und wird Gasverkäufer. Clement ist bei einer Leiharbeitsfirma und spricht sich gegen den Mindestlohn aus. Der Johannes Pflug macht "Pflug"blätter und fordert: "Deutsche Soldaten nach Afghanistan!". Als ob es nicht reicht, dass unter seiner Verantwortung die Kommunalwahl für die SPD verloren gegangen ist. Nein, er ist für die Rente mit 67 und will deshalb bis 68 im Bundestag sitzen - mindestens. TK