Hallo, Herr Isenberg


Sicher haben Sie oft vom Bürofenster den Rammlern auf der Krankenhauswiese zugeschaut. Eine echte Plage! Aber noch schlimmer waren für Sie die Auszubildenden, die gegen die Arbeitszeitverlängerung im Krankenhaus und für bessere Arbeitsbedingungen protestiert haben. Da hagelte es von Ihnen fristlose Kündigungen, so als hätte jemand Ihre goldenen Krankenhauslöffel gestohlen. Als "Law and Order-Mann" bekamen Sie dafür viel Beifall von Ihren Glaubensbrüdern.

Doch mitten hinein in die Weinseligkeit kam von Ihren neuen SANA-Kollegen die Nachricht, dass Sie mehrfach in die Krankenhauskasse gegriffen haben und 160.000 Euro abgesahnt hätten.

Und jetzt? Ja, da hat man Sie doch nicht etwa ... Nein, nicht fristlos entlassen. Unter Ihresgleichen wird man dafür mit sofortiger Wirkung beurlaubt.

Jetzt ist die Schlechtwetterfront Isenberg über das Krankenhaus hinweg gezogen. Ihre verbal-neurotischen Fürsprecher sind abgetaucht. Die Azubis lernen wieder und die Rammler können in Ruhe ...

Ach so, vielleicht gibt es ja mit Ihnen noch eine Gerichtsverhandlung. Dazu könnten Sie ja mal Ihre ehemaligen Azubis einladen. Die Gelegenheit wäre gut, nicht nur für den Beruf, sondern auch für das Leben zu lernen.

Vielleicht unter dem Motto: "Wenn dir das Wasser bis zum Hals steht, sollst du dir um deine nassen Füße keine Sorgen mehr machen!"

 

Mit besten Grüßen, Helmut Laakmann