Ratsanfrage,06. Oktober 2008

Von: Brigitte Diesterhöft

Einsatz von Derivaten für das Zinsmanagement bei Kassenkrediten (DS 08-290/1) - Anfrage zur Ratssitzung am 13.10.08

Im Juni 2007 wurde ein Zinsswap über 100 Mio. Euro auf drei Jahre abgeschlossen. Wir bitten die Verwaltung um folgende Informationen:

Brigitte Diesterhöft, Ratsfrau der Linksfraktion

1. Wie stellt sich ein Vergleich zwischen einem konventionell abgeschlossenen Kassenkredit und einem mit Zinsswap dar?

2. Hat der Einsatz des Zinsswaps in der bisherigen Laufzeit zu einer Ersparnis hinsichtlich zu zahlender Kreditzinsen geführt oder die Kreditaufnahme verteuert?

3. Wurden zwischenzeitlich weitere Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen?

gez. Brigitte Diesterhöft
gez. Hermann Dierkes

Antwort gem. Protokoll v. 13.10.08:

B e r a t u n g s e r g e b n i s  (öffentliche Sitzung des
Rates der Stadt am 13.10.2008)

Stadtkämmerer Dr. Langner beantwortete die Fragen wie folgt:

Zu Frage 1.:
Es gibt eine Vielzahl „konventioneller“ Kassenkreditvarianten (variables Tagesgeld, Festzinskredite mit Laufzeiten zwischen einer Woche bis zu drei Jahren). Um einen direkten Vergleich eines Zinsswaps mit einem Kassenkredit anzustellen, sei von gleichen Eckdaten auszugehen (gleiche Laufzeiten, gleicher Referenzzins, gleiche Zinsfixings). Der von der Stadt Duisburg abgeschlossene Zinsswap basiere auf dem 3-Monats-Euribor. Ein vergleichbarer „konventioneller“ Kredit wäre damit ein Festzins-Kredit auf der Basis des 3-Monats-Euribors. Während für den Swapzins Zahlungen in vorher für die gesamte Laufzeit festgelegter Höhe anfielen, änderten sich die Zinszahlungen für einen 3-Monats-Euribor-Festzins-Kredit je nach Marktlage alle 3 Monate. Das primäre Ziel eines derartigen Swaps sei damit die Sicherung eines vorher festgelegten Zinsniveaus für die vereinbarte Kreditsumme. Die Senkung der Zinsausgaben sei nicht Ziel der Zinssicherung.

Zu Frage 2.:
Für einen Zinsswap habe die Stadt Duisburg in der bisherigen Laufzeit 6.810.000 € gezahlt. Ein 3-Monats-Euribor-Kredit hätte in derselben Laufzeit bisher 7.050.500 € gekostet. Damit seien für den Zinsswap insgesamt 240.500 € Zinsen weniger angefallen, als für einen vergleichbaren Festsatzkredit.

Zu Frage 3.:
Nein.

 

 


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